Die Fußball-WM hat zwar noch nicht begonnen, belebt aber schon die Wirtschaft in Südafrika. Damit eröffnen sich auch für Anleger Chancen.

In Südafrika herrscht derzeit eine Art Sonderkonjunktur. Rund drei Millionen zahlungskräftige Zuschauer werden ab Mitte Juni zur Fußball-WM am Kap erwartet. Zudem sollen milliardenschwere Infrastrukturprogramme das Land auf Wachstumskurs schieben. Allein in das Sport-Event werden rund 2,8 Milliarden Euro investiert. Der gesamte Topf, der zur Wirtschaftsbelebung bereit gestellt wird, ist satte 74 Milliarden Euro schwer. 2010 soll nach Angaben des Finanzministeriums das BIP-Wachstum 2,3 Prozent betragen, der WM-Effekt wird dabei auf rund einen halben Prozentpunkt geschätzt.
Geht der Plan auf, dürfte auch die Börse wieder anziehen. Am einfachsten können Anleger mit einem Tracker auf den FTSE/JSE Top 40 auf dieses Szenario spekulieren. Schwergewichte im südafrikanischen Leitindex sind Minenkonzerne, die für knapp die Hälfte des Gewichts stehen. Allein auf
Anglo American und
BHP Billiton entfällt mehr als ein Drittel der Kapitalisierung. Im Kostenvergleich hat das Papier (ISIN CH0013514457) der
UBS klar die Nase vorn. Das Zertifikat weist einen Spread von nur 0,09 Prozent auf.
Während der FTSE/JSE Top 40 vor allem von den Rohstoffpreisen diktiert wird, ist der MSCI South Africa Index etwas breiter aufgestellt. Das Barometer umfasst insgesamt 44 Firmen. Zwar dominieren auch hier die Gold- und Platinförderer, allerdings nimmt auch die Finanzbranche mit rund einem fünftel Gewicht eine wichtige Stellung ein. Das Indexzertifikat der
Commerzbank (ISIN DE000CZ23RL1) bietet eine volle Partizipation, mit dem Vorteil, dass es auch noch währungsgeschützt ist.
Apropos Währungen: Über den Rand lässt sich ebenfalls auf eine Belebung des Landes spekulieren. Die Umsetzung ist mit einem Zinszertifikat möglich. Die
Deutsche Bank verfügt über ein solches Finanzvehikel (ISIN DE000DB6ZAR1). Das Papier legte auf Jahressicht knapp 40 Prozent zu. Als einfache Regel gilt: Eine Aufwertung des Rand gegenüber dem Euro wirkt sich positiv auf die Performance aus. Allein das Zinsgefälle zwischen Südafrika mit sieben Prozent und Europa mit einem Prozent spricht für die Währung. Da die Inflation immer noch über der Range der südafrikanischen Zentralbank liegt und das Land auch noch voller Konjunkturhoffnung ist, könnte der Trend anhalten.

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