Für viele europäische Bankaktien hat das neue Jahr mit einer Rally begonnen, nur gelegentlich unterbrochen von Gewinnmitnahmen: Die erhoffte Lösung in der Euro-Schuldenkrise sowie das Problemlösungsmanagement der Institute treiben dabei den Sektor an. Denn mehr noch als der erneut aufgespannte Bankenrettungsschirm freute Börsianer, dass die sechs deutschen Institute, bei denen der letzte Stresstest Kapitallücken aufgezeigt hat, ohne Staatshilfe auskommen wollen.
Allen voran die Commerzbank: Das Institut plant, sein Kernkapital um 6,3 Mrd. Euro zu stärken. Und damit um 1 Mrd. Euro mehr, als von der europäischen Bankenaufsicht gefordert wurde. Diese Strategie bringt der Aktie von den Analysten der
Deutschen Bank und Equinet Bank das Prädikat "Kaufen" ein.
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Von der US-Ratingagentur S&P wurde neben der
Commerzbank auch die
Deutsche Bank von der Credit-Watch-Negative-Liste gestrichen. Den angekündigten Rekordgewinn kann Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz wohl nicht präsentieren: Analysten erwarten, dass die angepeilten 10 Mrd. Euro nicht erreicht werden, allerdings dürfte der Gewinn immerhin höher ausfallen als im Vorjahr.
Weniger gut sieht die Lage in Frankreich aus, wo die Banken noch stärker mit der Schuldenkrise kämpfen. S&P setzte zuletzt vier französische Institute um eine Stufe herab. Nur
BNP Paribas behielt die Note "AA-", wenn auch mit negativem Ausblick. Immerhin hatte
BNP mit umfangreichen Restrukturierungsplänen und dem Ausbau der Kapitalpuffer die nervösen Anleger beruhigt.
Je nach Risikofreude können Anleger mit unterschiedlichen Strategien von den verbesserten Aussichten europäischer Bankaktien profitieren. Für konservative Investoren bieten sich Discountzertifikate auf
BNP und die
Commerzbank an: Auf die deutsche Großbank bietet die DZ Bank ein Discountzertifikat mit einer Laufzeit bis Ende Juni und einem Höchstauszahlungsbetrag (Cap) von 1,90 Euro an. Der Preisabschlag auf den aktuellen Commerzbank-Kurs von 1,82 Euro beträgt 16,1 Prozent. Als Ausgleich für diesen Rabatt partizipieren Anleger nicht unbegrenzt von einem Kursanstieg der Commerzbank-Aktie, sondern nur bis zum Cap. Der maximal zu erzielende Gewinn beläuft sich somit auf 35 Cent. Daraus errechnet sich eine Rendite von 57,6 Prozent im Jahr.
Wer viel Mut hat, kann mit Inline-Optionsscheinen der
Société Générale auf die
Commerzbank oder
Deutsche Bank noch höhere Renditen erreichen. 10 Euro erhalten Anleger am Laufzeitende ausgezahlt, wenn die Ober- oder Untergrenze der Papiere nicht berührt beziehungsweise über- oder unterschritten werden. Da sich die Aussichten für die europäischen Banken allmählich bessern, können Anleger eine leicht höhere Obergrenze bei Inline-Papieren riskieren. Attraktiv ist etwa der Inliner auf die
Deutsche Bank, bei dem die Grenzen bei 23,50 und 47 Euro liegen, Laufzeitende ist im September dieses Jahres. Die Maximalrendite beträgt stattliche 99,8 Prozent. Fallen die Barrieren, gehen die Käufer aber leer aus, was den Wettcharakter dieser Papiere ausmacht.
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