BÖRSE ONLINE veröffentlicht seit Ausgabe 41/08 die Credit Spreads der Emittenten und ein daraus unter anderem abgeleitetes Scope-Rating der Zertifikateanbieter. Anleger können daraus ablesen, wie die Bankinstitute sich beim Verleihen von Geld untereinander selbst einschätzen. Der Deutsche Derivate Verband (DDV) aktualisiert die Credit Spreads jetzt täglich im Netz.

Das Versagen der Ratingagenturen war bei der Insolvenz des Emittenten
Lehman Brothers mit den Händen zu greifen: Der Emittent hatte bei allen Agenturen eine A-Bonität, wurde also als sehr guter Schuldner eingeschätzt. Erst als
Lehman Brothers am 15.9 2008 den Insolvenzantrag stellte, wurden die Ratings entsprechend zurückgestuft. Auf solche Bewertungen können Anleger getrost verzichten.
BÖRSE ONLINE veröffentlicht seit Wochen zur besseren Information der Anleger die Credit Spreads der Emittenten sowie das Scope-Rating, das die Urteile der großen drei Ratingagenturen S&P, Moody’s und Fitch zusammenfasst und die Credit-Spreads berücksichtigt. Damit lässt sich die Bonität besser als in der Vergangenheit einschätzen. Für die Credit Default Swaps gilt: Je höher der Spread, umso schlechter ist die Bonität und umgekehrt.
Der DDV zeigt jetzt tagesaktualisert auf seiner Website www.derivateverband.de unter Transparenz – Bonität Credit Spreads die fünfjährigen Spreads der Emittenten. Der Verband schreibt in seiner Pressemitteilung: Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Bonität eines Emittenten und somit auch der Credit Spread nur eines von mehreren wichtigen Kriterien beim Kauf von Zertifikaten darstellt und keinesfalls als alleinige Entscheidungsgrundlage dienen sollte.
Nach der Pleite von
Lehman Brothers und dem möglichen Totalverlust für Anleger in deren Papieren ist es jedoch empfehlenswert, dieses Kriterium am höchsten zu gewichten. Wenn ein Emittenten mit hohen Credit Spreads bessere Konditionen bei identischen Produkten bietet als die Konkurrenz mit niedrigen Spreads, heisst es aufgepasst: Der Anleger geht damit auch ein höheres Risiko ein, sein Geld möglicherweise zu verlieren. Am sichersten werden derzeit die Papiere von
BNP Paribas bewertet.
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