Lange war es um Rohstoffinvestments in diesem Jahr gut bestellt. Der Goldpreis erklomm noch im Spätsommer ein neues Rekordhoch, und auch Öl konnte sich trotz der konjunkturellen
Eintrübung über 90 Dollar pro Barrel (159 Liter) halten. Doch zum Jahresende geht den meisten Rohstoffen die Puste aus.
Anleger, die jetzt auf niedrigerem Niveau einsteigen möchten, können über Zertifikate auf Rohstoffindizes verschiedene Sektoren auf einmal abdecken. Auf eine Besonderheit sollten sie dabei unbedingt achten: den sogenannten
Rolleffekt.
In der Regel beziehen sich die einzelnen Rohmaterialien auf bestimmte Futures-Kontrakte, die nur eine begrenzte Laufzeit haben. Bei Papieren mit unbegrenzter Haltedauer muss beim Verfall eines Future in einen der nachfolgenden gewechselt, sprich gerollt, werden. Da die Nachfolger häufig über den aktuellen Futures-Kursen notieren – man spricht in dem Fall von
einer Contango-Situation –, entstehen beim Rollvorgang Verluste. Denn: Der preiswertere Future wird gegen einen teureren eingetauscht.
Um diesen Effekt aufzufangen, haben verschiedene Emittenten „rolloptimierte“ Rohstoffindizes begeben. Mit dem Ziel, in solche Kontrakte zu rollen, die nur ein geringes Contango oder sogar eine Backwardation-Situation aufweisen. In letzterem Fall ist
der nächste Kontrakt preiswerter als der vorhergehende. Eine weiteres Ziel
einer solchen Rolloptimierung ist es, nur in liquide Futures-Kontrakte zu wechseln, da diese meist die besten Preise gewährleisten. Dabei lassen sich auch saisonale Preiseffekte vieler
Rohstoffe besser berücksichtigen.
Dass dieses Vorgehen aber nicht immer zu einem optimalen Ergebnis führt, zeigt der Klassiker unter den Rohstoffindizes, der
Goldman Sachs Commodity Index (GSCI). Dieser ö- lund
energielastige Index weist seit einem Jahr im Vergleich zum rolloptimierten GSCI eine Outperformance von knapp zwei Prozentpunkten auf. Andere rolloptimierte Rohstoffindizes
notieren sogar im Minus, etwa der Best Commodity Index der DZ Bank, der seit Auflegung im August 17,3 Prozent verloren hat. Stefano Angioni, Derivatespezialist der DZ Bank,
erklärt, warum: „Der relative Verlust von Brent-Öl gegenüber dem nordamerikanischem
WTI-Öl hat uns Performancepunkte gekostet. Wir halten aber an dem Konzept fest, da der Markt für Brent größer und der Preis daher weniger schwankungsanfällig ist.“
Schwerpunkt des Index der DZ Bank sind neben Brent-Öl Industriemetalle.
Im CMCI von Bloomberg und
UBS wiederum sind die Sektoren Energie, Agrarrohstoffe und Industriemetalle fast gleichwertig verteilt.

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