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Derivate US-Wahljahr bietet Anlegern gute Chancen

[12:32, 08.02.12]

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Die Präsidentschaftswahlen rufen erste Spekulanten auf den Plan. Denn die Statistik zeigt: Amerikanische Wahljahre sind meist auch gute Aktienjahre.


Im Vergleich zu den politischen Geplänkeln in den US-Vorwahlkämpfen ist es um die US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten relativ ruhig geworden. Und diese Ruhe scheint dem Land - im Unterschied zum vom Schuldendebakel geplagten Europa - durchaus gutzutun. Nach einem per saldo ordentlichen Aktienjahr 2011 mit sieben Prozent Plus beim Standardwerteindex  Dow Jones stellt sich nun die Frage, wie das Wahljahr 2012 in den USA ausfallen wird. Rückenwind erhält Präsident Barack Obama momentan vom Arbeitsmarkt und vielen Konjunkturindikatoren, die besser ausfallen als ursprünglich vermutet. Jüngstes Beispiel ist der große Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag.

Wer auf die These setzt, dass Wahlkampfjahre in den USA gute Aktienjahre sind, sollte 2008 mit minus 34 Prozent einfach ausblenden. Denn ansonsten zeigt die Statistik, dass ein solcher Zusammenhang offenbar besteht. Seit dem Jahr 1900 gab es 28 Wahljahre mit einem durchschnittlichen Gewinn für den Dow Jones von knapp acht Prozent.

US-Präsident Barack Obama

 US-Präsident Barack Obama

Für Optimisten, die fest an eine Fortsetzung der Serie glauben und dafür bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen, bieten sich Call-Optionsscheine und Turbos auf die US-Aktienindizes Dow Jones und S&P 500 an, mit denen sie überproportional an Kursgewinnen teilhaben. Entscheidend dafür ist laut Zahlenanalyse, welcher Kandidat die größeren Chancen hat, im Januar 2013 für die kommende Amtszeit vereidigt zu werden. Nach Auswertung der vergangenen Perioden legte der Dow Jones bei Siegen des Amtsinhabers im Schnitt um 15 Prozent zu, während bei Erfolgen des Herausforderers meist ein leichtes Minus zu verzeichnen war. Da im Moment Präsident Obama sowohl gegen Mitt Romney als auch Newt Gingrich die besseren Chancen zu haben scheint, steht für Statistikfans einem US-Investment wenig entgegen.

Allerdings sollte der reine Glaube an die Statistik nicht darüber hinwegtäuschen, dass Anleger in diesem Fall einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung vertrauen. Denn die einfache Logik besagt, dass der Amtsinhaber bei einer besseren Wirtschaftslage und damit einhergehend besseren Börsendaten auch große Chancen hat, wiedergewählt zu werden.

Und mittlerweile räumen selbst Skeptiker wie die Experten von  Goldman Sachs ein, dass die US-Wirtschaft unabhängig vom Wahlkampf besser laufen könnte als bislang gedacht. Als Gründe macht Anlagestratege Jim O'Neill aus, dass sich seit Sommer 2011 die Stimmung verbessert habe, der Häusermarkt in Schwung gekommen sei und die US-Industrie an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen habe.


 

© 2012 ftd.de, © Illustration: Bloomberg

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