Expresszertifikate, die bereits einige Zeit an der Börse notiert sind, bieten mitunter attraktive Chance-Risiko-Profile.
Seit Mitte August dieses Jahres entwickeln sich die Kurse an den europäischen Aktienmärkten unter teils heftigen Schwankungen per Saldo seitwärts. Für Anleger ist es schwierig, in einem solchen Umfeld Gewinne einzufahren. Expresszertifikate bieten sich hier als eine mögliche Lösung an. Mit diesen Papieren erzielen Anleger bereits Gewinne, selbst wenn der zugrunde liegende Basiswert, zum Beispiel ein Aktienindex, nur seitwärts tendiert.
Bei Expresspapieren wird am Beginn der Laufzeit der Startwert des Basiswerts festgeschrieben. Meist erfolgt nach einem Jahr eine erste Betrachtung.
Notiert der Basiswert dann auf oder über dem Startwert, ist die Laufzeit des Zertifikats beendet. Anleger erhalten dann das eingesetzte Kapital samt ordentlicher Rendite zurückbezahlt. Dabei ist es unerheblich, ob der Basiswert nur marginal oder deutlich über dem Startwert notiert.
Verfehlt der Basiswert die Hürde, läuft das Zertifikat weiter. In der Regel erfolgt nach einem Jahr erneut eine Betrachtung, dabei sinken oftmals die Hürden und steigen die Rückzahlungsbeträge. Verfehlt der Basiswert an jedem der Stichtage die Rückzahlungsschwellen, schützt am Laufzeitende meist noch ein Risikopuffer. Wird auch dieser unterschritten, wird es für Anleger bitter.
Die Derivateemittenten bieten fortlaufend neue Expresspapiere zur Zeichnung an. Es gibt aber eine attraktive Alternative: Zertifikate im Sekundärmarkt. Diese "Gebrauchten" wurden bereits vor Monaten oder Jahren emittiert. Ihre Konditionen sind oftmals attraktiver als die der Neuemissionen, da die Emittenten in der Zwischenzeit ihre Margen reduziert haben. Der Grund dafür ist, dass die Produkte während der Zeichnungsphase mit aufwendigem Marketing vertrieben werden, und das kostet Geld. Hingegen müssen die Anbieter während der Laufzeit über attraktive Konditionen für Kaufanreize sorgen.
Ein Beispiel: Die
Deutsche Bank offeriert ein Expresszertifikat auf den europäischen Aktienindex
Euro Stoxx 50. Bei diesem Papier erhalten Anleger am 28. August 2012 pro Zertifikat 114 Euro. Voraussetzung allerdings ist, dass der Index, der aktuell bei rund 2290 Punkten notiert, mindestens 2492 Zähler erreicht. Wird diese Hürde nicht genommen, läuft das Papier weiter. Jeweils am 28. August der Jahre 2013 und 2014 folgen dann weitere Betrachtungen. Dabei sinkt die Tilgungsschwelle auf 2426 Punkte im Jahr 2013 und 2361 Punkte ein Jahr später. Parallel dazu steigen die möglichen Rückzahlungsbeträge auf 121 beziehungsweise 128 Euro an.
Aktuell kostet das Zertifikat 100,12 Euro. Damit winken Anlegern selbst bei nur moderat steigenden Kursen Renditen zwischen 14 und 28 Prozent. Werden die Hürden allerdings sowohl in den Jahren 2012, 2013 als auch 2014 verfehlt, gibt es am 28. August 2015 eine finale Betrachtung. Dann reicht bereits ein Indexstand von 1311 Punkten für eine Rückzahlung von 135 Euro je Zertifikat aus. Das entspricht einer Rendite von rund 35 Prozent - und das trotz eines Kurspuffers von fast 43 Prozent.
Empfehlen