Deutsche Börse Commodities geht gerichtlich gegen die Abgeltungsteuerpflicht für besicherte Schuldverschreibungen vor. Das Unternehmen befürchtet eine Schlechterstellung der Anleihen gegenüber einem direkten Kauf von Rohstoffen.
Die Anbieter von Goldanleihen wollen gegen den Wegfall der Steuerfreiheit für diese Wertpapiere klagen. „Wir prüfen derzeit rechtliche Schritte“, sagte ein Sprecher der
Deutsche Börse Commodities. Das Unternehmen ist Emittent der Xetra-Gold-Anleihe und verwaltet rund 36 Tonnen des Edelmetalls.
Das Bundesfinanzministerium hatte kurz vor Jahresende in einem Anwendungserlass zur Abgeltungsteuer die letzten strittigen Punkte bezüglich der Einheitspauschale geklärt. Aus dem Schreiben geht hervor, dass Gewinne aus Wertpapieren, die einen Lieferanspruch auf Rohstoffe verbriefen, ebenfalls der Abgeltungsteuer von 25 Prozent unterliegen. Von der Verschärfung betroffen sind insbesondere die Goldanleihen, von denen in Deutschland neben Xetra-Gold noch Gold Bullion Securities von ETF Securities zum Handel zugelassen ist. Der Bestandsschutz gilt nur noch für Investoren, die ihre Papiere bereits 2008 gekauft haben.
Anleihen werden benachteiligt
Mit dem Verlust der Steuerfreiheit werden die Anleihen gegenüber dem direkten Kauf von Rohstoffen schlechtergestellt. Wer etwa Goldbarren erwirbt und nach einem Jahr Haltedauer veräußert, kann den Gewinn am Fiskus vorbei einstreichen. Das funktioniert bei Goldanleihen nicht mehr, selbst wenn Anleger den Lieferanspruch wahrnehmen. In dem Fall gilt die Differenz zwischen dem Anschaffungskurs der Anleihe und dem Wert des gelieferten Edelmetalls als steuerpflichtiger Gewinn. Der spätere Verkauf der Goldbarren ist indes nach einem Jahr Haltedauer wieder steuerfrei.
Nach Auffassung der Anbieter ist diese Regelung nicht gerechtfertigt. Es mache keinen Unterschied, ob ein Anleger direkt Rohstoffe kauft oder ein Papier, das einen Anspruch auf Lieferung des Rohstoffs verbrieft, sagte ein Sprecher der
Deutschen Börse. Seinen Angaben zufolge haben in den zwei Jahren seit Auflage von Xetra-Gold rund 200 Anleger das Recht auf die physische Lieferung von Gold ausgeübt.

Offen ist noch, ob auch ETF Securities gegen die Finanzverwaltung klagen wird. Nigel Longley, Vertriebschef von ETF Securities in Deutschland, äußerte sich nicht zu möglichen rechtlichen Schritten: „Wir werden die geänderte Position des Fiskus erst einmal prüfen.“
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