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Größere Auswahl für Anleger Neue Zertifikate auf Rohstoffe

[15:18, 20.12.11]


Konkurrenz belebt das Geschäft: Nachdem der Handel mit Derivaten 2011 einen regen Handel erlebt hat, bauen Emittenten das Angebot aus.


Ölpumpe

 Ölpumpe

Auch wenn es zu früh ist, den Schlussstrich unter die 2011er-Bilanz zu ziehen, ein Ergebnis steht fest: Der Börsenhandel mit Zertifikaten und Hebelprodukten auf Rohstoffe hat massiv zugenommen. Mit annähernd sechs Mrd. Euro lag das Umsatzvolumen bereits Ende Oktober knapp ein Viertel über dem Gesamtbetrag des vergangenen Jahres. Beliebt sind Öl & Co. vor allem bei den Tradern – zwei Drittel der Börsenumsätze entfallen auf Hebelpapiere. Auch die Performancebilanz 2011 fällt für den Rohstoffsektor als Ganzes positiv aus: Die weltweit bekannte Benchmark S&P GSCI legte seit Silvester um rund zwei Prozent zu.

In Bewegung war der heimische Markt für Rohstoffderivate 2011 auch in puncto Produktangebot. Im Januar weitete Vontobel die Palette deutlich aus. Die Schweizer Privatbank lancierte Zertifikate auf die  JP Morgan Commodity Curve Indizes (JPMCCI). Bei der 2007 aufgelegten Benchmark geht es darum, Investments im Rohstoffbereich zu optimieren. Unter anderem sollen die beim regelmäßigen Austausch von Terminkontrakten entstehenden Einflüsse abgeschwächt werden. Dazu positioniert sich JPMCCI über die gesamte Forwardkurve hinweg. Auffällig ist die breite Streuung des JP-Morgan-Rohstoffbarometers mit 36 verschiedenen Rohstoffen. Vontobel bietet Tracker-Zertifikate sowohl auf den Gesamtindex als auch auf einzelne Waren an. „Wir sind mit dem Launch sehr zufrieden und haben mit diesen Indizes unseren Platz im Markt für Rohstoffprodukte gefunden“, zieht Heiko Geiger Zwischenbilanz. Für 2012 stellt der Vontobel-Zertifikateexperte vom klassischen Tracker abweichende Strukturen in Aussicht: „Wir werden den Schritt in Richtung asymmetrische Auszahlungsprofile basierend auf den JPMCCI-Indizes gehen.“

Mit einer Innovation konnte 2011 auch die DZ Bank aufwarten. Seit Herbst bietet das genossenschaftliche Zentralinstitut Produkte auf das hauseigene Indexkonzept Best Commodity an. Im Prinzip geht es auch hier darum, negative Rolleffekte zu minimieren. Dazu macht sich auch die DZ Bank über die ganze Terminstrukturkurve hinweg auf die Suche nach geeigneten, liquiden Kontrakten. Der Fundus ist dabei deutlich kleiner: Das Gesamtbarometer Best Commodity besteht nur aus acht Einzelrohstoffen. Die DZ Bank ist mit dem Start zufrieden. „Unser Konzept wurde positiv im Markt aufgenommen“, berichtet Derivateexperte Markus Bärenfänger. Auch die Frankfurter planen den Ausbau des Angebots: „Wir möchten in Kürze weitere Strukturen, beispielsweise Discountzertifikate oder Kapitalschutzprodukte, auf den Index anbieten.“

Das könnte angesichts der unsicheren Aussichten für die Rohstoffmärkte Sinn ergeben. Nach Meinung der  Deutschen Bank haben die Commodities eigentlich erst die Hälfte eines seit zehn Jahren laufenden Superzyklus hinter sich. In ihrem Ausblick skizzieren die Analysten gleichwohl verschiedene Stolpersteine wie die europäische Schuldenkrise. Immerhin: Die  Deutsche Bank erwartet für 2012 im Rohstoffbereich insgesamt eine leicht positive Entwicklung.


 

© 2011 ftd, © Illustration: AP

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