Experten trauen den beiden Märkten deutliches Aufwärtspotenzial zu. Zudem könnte sich ein afrikanisches Investment als langfristig sehr lukrativ erweisen.
Das Börsenjahr 2011 wird den Anlegern als sehr schwieriges in Erinnerung bleiben. An etlichen Aktienmärkten waren prozentual zweistellige Verluste zu beklagen und nur eine Handvoll wird wohl mit Gewinnen abschließen. Zu diesen HappyFew gehören mit deutlichen Gewinnen ganz sicher Venezuela und Jamaika, aber auch die Philippinen, Indonesien, Katar und die Mongolei haben noch gute Chancen, zumindest ein kleines 2011er-Plus zu schaffen.
China und Russland sind günstig bewertet

Moskau
Das kommende Jahr sollte renommierten Experten zufolge deutlich besser verlaufen. Bullish gestimmt ist Florian Schulz, Chefredakteur des Börsenbriefs „Emerging Markets Trader“: „Insbesondere die ausgesprochen günstig bewerteten Märkte China und Russland sollten eine starke Entwicklung mit mehr als 20 Prozent Gewinn zeigen. Neben der attraktiven Bewertung sprechen die weltweit sehr niedrigen Zinsen für eine gute Performance. Zudem erscheint die niedrige Staatsverschuldung von China und Russland im Umfeld der Schuldenkrise der Industrieländer in einem sehr positiven Licht.“ In diesem Jahr bewies der
Emerging-Markets-Stratege ein glückliches Händchen, denn er blies im Juli, also noch vor Beginn des Börsencrashs, zum Ausstieg. Seit dem Frühherbst ist Schulz wieder deutlich
positiver gestimmt.
Wer sich an seine Empfehlungen für China und Russland halten will, trifft im Zertifikatebereich auf etliche Investmentmöglichkeiten. Bei China würde Schulz immer auf den Hang Seng China Enterprises Index (HSCEI) setzen. In diesem sind 40 chinesische Aktien enthalten, die an der Hongkonger Börse gelistet sind und deren Bilanzierung sich nach internationalen Standards richtet. Auf eine Währungssicherung kann verzichtet werden, da der Hongkong-Dollar zum Euro tendenziell aufwertungsverdächtig ist, man sich somit potenzielle zusätzliche Währungsgewinne erhoffen kann. Der chinesischen Börse kommt das kürzlich verkündete
Ende der Antiinflationspolitik zugute: Erstmals seit 2008 wurden die Mindestreservesätze für die Banken abgesenkt, was die chinesische Wirtschaft mit umfangreicher zusätzlicher
Liquidität versorgt.
Mit einem deutlich einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis ist der russische Aktienmarkt sehr moderat bewertet. Investieren kann man beispielsweise mit Indexzertifikaten auf den von der Börse Wien in Euro berechneten RDX Index, der sich aus 15 Werten zusammensetzt. Die
Schwergewichte sind Lukoil, Gazprom sowie die Sberbank. Aktuell kann man in etwa zum Durchschnittskurs des Jahres 2010 einsteigen und darauf setzen, dass der Index über kurz oder lang wieder in Richtung des Hochs von 2008 steigt. Bis dorthin besteht ein
Potenzial von etwa 75 Prozent.
Zukunftsmarkt Afrika

Afrika
Abseits von diesen zwei Bric-Favoriten bieten sich langfristige Investments auf den Zukunftsmarkt schlechthin an. Allen Unruhen zum Trotz ist das der afrikanische Kontinent. Mit Ausnahme der bereits recht etablierten südafrikanischen Börse handelt es sich um einen Frontier Market par excellence: Dem Anleger bietet sich die Chance, in einem frühen Stadium in einem Pioniermarkt dabei zu sein. Viele Experten vor Ort vergleichen die Situation mit jener Indiens oder Brasiliens Mitte der 1980er-Jahre. China hat bekanntlich bereits begonnen, sich mit milliardenschweren Investments in Afrika zu positionieren.
Als Investmentvehikel bietet sich beispielsweise der Tracker auf den S&P Africa 40 Index an, für den der Emittent
RBS eine Managementgebühr von jährlich 0,75 Prozent verlangt. Das Barometer bildet die 40 größten und liquidesten afrikanischen Aktien ab, wobei Südafrika am
prominentesten vertreten ist. Wer dagegen Frontier Markets pur will, kann zum DWS Go 3rd Wave Emerging-Africa Zertifikat greifen. Es partizipiert an der Wertentwicklung eines eigens konzipierten Spezialfonds, wofür pro Jahr zwei Prozent an Gebühren genommen werden. Zurzeit stellt die Börse Nigeria mit mehr als 40 Prozent das absolute Schwergewicht dar. Rund ein Viertel des Portfolios entfällt auf ägyptische Aktien, die Demokratische Republik Kongo ist
mit etwa fünf Prozent am drittstärksten vertreten. Aktuell kann man in das Zertifikat in der Nähe des Zweieinhalb-Jahres-Tiefs und gut 60 Prozent unter dem 2008er-Hoch einsteigen.

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