Am Sonntag startet die Frauen-Fußball-WM. Das Interesse hält sich in Grenzen, jedenfalls wurden in Frankfurt noch keine Autos mit schwarz-rot-güldenen Seitenspiegel-Verhüterli gesichtet. Das hält die Investmentbranche nicht davon ab, die WM für ihre Belange auszuschlachten: Ein Börsenbetreiber lädt zum Kickerturnier, ein Branchenverband zur Podiumsdiskussion zum Thema „Frauen und Finanzen“ – und die HSH Nordbank lässt es sich nicht nehmen, die Fußballanleihe 2011 ins Spiel zu bringen.
Die Zertifikatedribbler der Landesbank bemühten sich, möglichst viele Fußballanalogien in das Produkt zu packen: Der Kupon der ersten Zinsperiode beträgt 3,03 Prozent, weil die Damen 2003 in den USA Weltmeister wurden. Danach gibt es 3,07 Prozent Zinsen, passend zum WM-Sieg in China 2007. Der letzte Kupon beträgt – Schenkelklopfer! – dank der diesjährigen WM 3,11 Prozent. Außerdem hat die HSH in der Wertpapierkennnummer das Kürzel WM untergebracht, und die Zeichnungsfrist endet am letzten Bankarbeitstag vor dem Endspiel. Das alles wirkt reichlich bemüht. Schwerer wiegt, dass es einige Banken gibt, die für dreijähriges Festgeld deutlich mehr als drei Prozent Zinsen bieten. Dieses Geld ist zudem durch die Einlagensicherung geschützt – anders als das Zertifikat der HSH.

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