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Zinsen aktuell

EZB-Zinsentscheid EZB erhöht den Euro-Leitzins

[13:48, 03.07.08]

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Die EZB hat erstmals nach mehr als einem Jahr den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent erhöht. Ausschlaggebend für die Entscheidung war der rasante Anstieg der Inflationsrate. Doch Experten befürchten nun einen starken Abschwung in Euroland.


Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main

 Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main

Bereits bei der zurückliegenden EZB-Sitzung Anfang Juni hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die heutige Zinserhöhung weitgehend angekündigt. Nun ließ er seinen Worten Taten folgen. Damit steht der wichtigste Zinssatz im Euroraum nun so hoch wie seit 2001 nicht mehr.

Der Notenbank blieb keine andere Wahl als die Zinsen zu erhöhen. Denn im Juni stieg die Teuerungsrate im Euro-Raum auf 4,0 Prozent, in Deutschland auf 3,3 Prozent und damit den höchsten Wert seit Einführung des Euros. Die von der EZB tolerierte Obergrenze liegt bei 2,0 Prozent.

Allerdings schreckte die EZB bislang vor höheren Zinsen zurück, denn im Zuge der US-Subprimekrise und der folgenden Engpässe an den Kreditmärkten waren vor allem die Geschäftsbanken auf günstiges Notenbankgeld angewiesen. Zudem signalisieren die wichtigsten Konjunkturindikatoren wie Ifo, ZEW aber auch die Konsumindikatoren in Spanien oder Portugal sowie die Immobilienmärkte zahlreicher Euro-Staaten eine rasche Wachstumsabschwächung im Euroraum.

Angesichts der aufkommenden Inflationsängste und steigender Lohnforderungen war die EZB aber nicht mehr bereit,die aus dem Ruder laufende Preisentwicklung zu tolerieren.

Die Zinserhöhung dürfte die Konjunktur jedoch im Jahresverlauf zusätzlich belasten, zumal auch der starke Euro wie eine geldpolitische Straffung wirkt. Die Volkswirte rechnen deshalb mit einer beschleunigten Abschwächung der sich ohnehin abkühlenden Euro-Konjunktur.

Daher erwarten nur wenige Analysten, dass der heutigen Zinserhöhung rasch weitere folgen. Auch Bundesbank-Präsident Axel Weber und andere Mitglieder des EZB-Rats ließen durchblicken, dass es vorerst bei einer Zinserhöhung bleibt.

Auf der anderen Seite ist es höchst unwahrscheinlich, dass die EZB mit der Zinserhöhung die Inflation stoppen kann, kommt diese doch in erster Linie von kräftig gestiegenen Ölpreisen. Auf diese hat die EZB-Zinspolitik jedoch kaum Einfluss. Abwehren wird sie mit der geänderten Rhetorik und der nun bewiesenen Standfestigkeit jedoch eine vielfach befürchtete Lohn-Preis-Spirale.


 

© 2008 boerse-online.de, © Illustration: dpa

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