Von Dennis Kremer
Griechenland kann aufatmen: Die Nachfrage nach neuen Staatsanleihen ist trotz der Haushaltsmisere groß. Trotzdem sollten Privatanleger Vorsicht walten lassen.
Die Sorgen vieler Investoren waren unbegründet: Ohne Schwierigkeiten ist es Griechenland Ende Januar gelungen, neue Staatsanleihen zu platzieren. Allerdings mussten die Hellenen, deren Haushaltsmisere Europa seit Ende des vergangenen Jahres in Atem hält, Anlegern einen hohen Zinskupon von 6,5 Prozent bei fünfjähriger Laufzeit zahlen. Diese Konditionen kamen bei den professionellen Investoren so gut an, dass die Emission mehrfach überzeichnet war.
Die Risikoprämie, die Griechenland Investoren im Vergleich zu einer Bundesanleihe mit ähnlicher Restlaufzeit zahlen muss, ist dennoch hoch: Sie liegt 4,2 Prozentpunkte darüber. Trotz der verlockenden Verzinsung ist das Investment in griechische Staatspapiere nur für risikofreudige Privatanleger zu empfehlen. Denn sowohl die Europäische Zentralbank als auch die wichtigsten EU-Mitgliedsländer haben Griechenland unmissverständlich klargemacht, dass sich das Land aus eigener Kraft aus seinen Schwierigkeiten befreien müsse. Dennoch gehen Experten davon aus, dass bei einer weiteren Zuspitzung der Haushaltslage die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) eingreifen würden. Privatanleger werden darum auch in den kommenden Monaten gute Nerven brauchen. Denn die Diskussionen um die Bonität Griechenlands dürften kaum abebben. Für die Kurse der Hellas-Bonds bedeutet das: Starke Ausschläge nach oben und unten sind programmiert.




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