John McCain oder Barack Obama - einer wird der 44. US-Präsident. Aber welche Programme der Repulikaner und Demokraten sind für welche Branche vorteilhaft? Die US-Fondsgesellschaft Threadneedle hat es beleuchtet.
Nachdem John McCain Sarah Palin zu seiner Vizekandidatin erklärt hatte, erreichte seine Popularität neue Höhen. Dennoch zeigten die Abstimmungen weiterhin hervorragende Resultate für die Demokraten in beiden Häusern des amerikanischen Kongresses. Letzte Befragungen zeigten auch wieder eine Entwicklung zugunsten von Barack Obama im Präsidentschaftswahlkampf, beschreibt Cormac Weldon, Head of US Equities von Threadneedle.
Die sogenannten Oktober-Überraschungen sind charakteristisch für US-Wahlen, man vergleiche die aktuellen Ereignisse mit dem Duell von 1980 zwischen Carter und Reagan. Wer sich in diesem Wahlkampf bereits zum jetzigen Zeitpunkt auf einen von beiden Kandidaten festlegt, betreibt ein gefährliches Spiel.
Vor dem Hintergrund, dass beide Parteien einen allgemeinen Druck auf das Geschäftsleben und die Wirtschaft ausüben, trifft Threadneedle gewisse Annahmen, inwiefern die Wahlresultate die verschiedenen Wirtschaftssektoren vom Investment Standpunkt aus beeinflussen werden.
Nicht nur ihrer Ansicht nach handelt es sich um eine besonders wichtige Wahl, da sie zur Zeit der Kreditkrise und der Übernahme der wichtigsten Finanzinstitute durch das US- Finanzministerium stattfindet. Das ist der größte Machtgewinn der Regierung über das Finanzsystem seit der großen Depression. Und es steht fest - unabhängig davon, welcher Kandidat schlussendlich gewinnt. Da die Demokraten bereits in beiden Häusern über Mehrheiten verfügen, können im Kongress bereits jetzt erste Eindrücke über zukünftige Entwicklungen gewonnen werden. Der Antrag des Vorsitzenden des House Financial Services Committee, Barney Frank, ein neues Bundesamt zu gründen würde zum Beispiel zunehmende Unterstützung finden. Dieses neue Bundesamt soll die Pläne für das Rettungspaket der Regierung beaufsichtigen, der Plan sieht vor, dass Risikokredite von privaten Banken aufgekauft werden.
Sollten die Demokraten ihre Macht in der Gesetzgebung und im Weißen Haus weiter ausbauen können, erwartet Threedneadle, dass die Aufsicht und die Regulierung der Finanzindustrie erhöht werden. Dies kann etwa erwartet werden im Bereich der derivativen- und strukturierten Finanzprodukte, wie etwa Mortgage Backed Securities. Diese Finanzprodukte waren auch der Kern der ursprünglichen Finanzkrise, die im Sommer des Jahres 2007 begann.
Für Hedgefonds und Private Equity Gesellschaften werden wahrscheinlich ähnliche Regeln aufgesetzt, wie sie bei Geschäftsbanken bereits angewendet wurden. Aufgrund des Debakels rund um den Zusammenbruch des Subprime-Hypotheken Markts, würde auch ein Sieg der Republikaner an einer strengeren Regulierung nicht viel ändern. Allerdings würden die Republikaner wahrscheinlich flexiblere Regelungen durchsetzen.
Wie auch immer, es kann nicht für alle Sektoren behauptet werden, dass ein republikanischer Sieg einem Gewinn der Demokraten vorzuziehen wäre. Mögliche Auswirkungen der Ergebnisse sind zu vielfältig und fein.
Innerhalb der Finanzwelt zum Beispiel, würde die Lebensversicherungsbranche von einem Sieg der Demokraten profitieren. Es würde das Ziel der Republikaner stoppen, die Erbschaftssteuer abzuschaffen und somit die Nachfrage nach bestimmten Lebensversicherungspolicen eliminieren würde.


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