BIOTECHNOLOGIE

5 Biotech-Aktien mit intakter Börsenstory

5 Biotech-Aktien mit intakter Börsenstory

WKN: 565131 ISIN: DK0010272202 Genmab A-S

355,30 EUR
-1,60 EUR -0,45 %
25.01.2021 - 15:35
24.08.2013 09:36:20

Um sich neue Gewinntreiber zu verschauen, gehen vor allem Pharmakonzerne auf Einkaufstour. BÖRSE ONLINE stellt einige Kandidaten vor, die besonders gut ins Beuteschema passen.

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Der Mut zum Risiko hat sich für N. Anthony Coles mehrmals ausgezahlt. Etwa 2009, als der gelernte Mediziner und neue Vorstandschef von Onyx Pharma die Übernahme von Protelix einfädelte. 276 Millionen US-Dollar in Cash und weitere 745 Millionen Dollar in erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen legte Onyx dafür auf den Tisch – vor allem für den am weitesten fortgeschrittenen klinischen Kandidaten, einen Wirkstoff zur Behandlung von Multiplem Myelom, einer sehr aggressiven Form der Leukämie.

Diese Investition erwies sich als Glücksgriff. Seit der US-Zulassung im Sommer 2012 vermarktet Onyx den Wirkstoff unter dem Markennamen Kyprolis in Eigenregie. Experten beziffern das Umsatzpotenzial für Kyprolis auf mehr als eine Milliarde Dollar jährlich. Der Verkaufsstart in Europa ist für 2014 geplant. Dazu will Onyx die Behandlungsoptionen mit Kyprolis ausweiten. Dank dieser glänzenden Perspektiven ist Onyx nun selbst zum Objekt der Begierde geworden. Und Coles zur Schlüsselperson im Übernahmepoker. Eine Offerte des Biotech-Schwergewichts Amgen lehnte er Anfang Juli ab. Mindestens 130 Dollar je Aktie betrachtet er als angemessenen Preis – was ihm als Onyx- Aktionär einen guten Schnitt von 17 Millionen Dollar bescheren würde. Inzwischen haben sich andere Interessenten wie der Pharmakonzern AstraZeneca in den Bieterkampf eingeklinkt. Der Onyx-Aktienkurs ist dem anvisierten Verkaufspreis schon recht nahe gekommen.

Teil 2: Übernahmewelle in der Biotechbranche

Nach einem unspektakulären Jahr 2012 zeichnet sich in der Biotechbranche eine neue Übernahmewelle ab. Um ihr künftiges Gewinnwachstum aufzupeppen, begeben sich vor allem Pharmakonzerne auf Einkaufstour. Als Reaktion auf Umsatzausfälle durch Patentabläufe hatten sie sich intern neu ausgerichtet – durch Umstrukturierungen und Einsparungen.

Aber: „Aus der globalen Perspektive bleibt es das Hauptproblem von Big Pharma, Einnahmeeinbrüche infolge von Patentausfällen zu kompensieren. Dabei sind die Bewertungen der Biotechfirmen immer noch attraktiv“, meint Portfoliomanager Christian Lach von Adamant Investment in Zürich.

Teil 3: Große Auswahl, attraktive Titel

Auswahl ist reichlich vorhanden: Insgesamt 39 neue Medikamente – und damit die höchste Zahl seit 1996 – wurden 2012 zugelassen. 70 Prozent davon stammten aus den Labors von Biotechfirmen. Deren Verhandlungsposition ist besser denn je, erläutert Lachs Kollege Samuel Stursberg: „Die Finanzierungsfrage ist auch bei den meisten mittelgroßen Biotechs kein Thema mehr. Sie können also bei den Verhandlungen auf Zeit spielen und sich am Ende für den Interessenten entscheiden, der das meiste für sie bietet.“

Harald Schwarz, Portfoliomanager bei Medical Strategy, sieht auch zunehmend große Biotechkonzerne unter Zugzwang: „Pharmafirmen und Biotechunternehmen geht es dabei um Produkte mit neuen Behandlungsansätzen, die Potenzial für jährliche Milliardenumsätze bieten. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Therapien gegen Krebs sowie auf seltenen Erkrankungen, aber auch bei Antiinfektiva und Medikamenten gegen sogenannte Autoimmunerkrankungen.“

Insbesondere Medikamente gegen seltene, häufig durch genetische Defekte bedingte Erkrankungen, im Fachjargon „Orphan Diseases“ genannt, geraten zunehmend in den Blickpunkt. Beispiel Soliris: Für das Medikament, das zur Behandlung zweier erblich bedingter Bluterkrankungen zugelassen wurde, hat Alexion Pharma einen jährlichen Preis von etwa 400000 Dollar festgesetzt – pro Patient, wohlgemerkt. Allein im abgelaufenen zweiten Quartal spülte Soliris 370 Millionen Dollar in die Kassen von Alexion. Dementsprechend wird Alexion als heißer Übernahmekandidat gehandelt.

Fürs Depot finden sich jedoch weitaus attraktivere Titel. Übernahmefantasie sollte niemals das alleinige Kaufargument sein. Sie ist aber eine nette Dreingabe bei Unternehmen, die mit Geschäftsmodell und Produktportfolio überzeugen.

Teil 4: US-Perle erweitert Portfolio

Vier Spitzenprodukte im Bereich Orphan Diseases, das Ganze gemixt mit Übernahmekick, bietet auch die US-Firma Biomarin. Bereits wurde sie als Übernahmeziel von Genzyme geführt. Ironischerweise wurde die damals größte Firma für Nischenerkrankungen inzwischen vom Pharmakonzern Sanofi übernommen. Und der ist ebenso daran interessiert, seine Sparte Orphan Diseases auszubauen wie GlaxoSmith- Kline oder Shire Pharma. Zudem hatte Vorstandschef Jean-Jacques Bienaimé in der Vergangenheit mehrfach betont, er wolle eher selbst auf Einkaufstour gehen als übernommen werden. Inzwischen hat er Ernst gemacht und mehrere Firmen für zweistellige Millionenbeträge zugekauft. Eines ist sicher: Wer Biomarin schlucken will, wird dafür eine stattliche Prämie berappen müssen.

Teil 5: Shootingstar mit starken Partnern

Dasselbe gilt auch für Isis Pharma. Die US-Firma ist Vorreiter bei der Antisense- Methode, die auf genetischer Ebene die Produktion von krankheitsauslösenden Proteinen verhindert. Die Zulassung des ersten Produkts, das den Cholesterinspiegel senkt – es heißt Kynamro und wird von Sanofi vermarktet –, ließ die Aktie abheben. Hinter Kynamro mit seinem Behandlungspreis von 176000 Dollar im Jahr bietet Isis als Werttreiber die hauseigene Technologieplattform: Ihr entstammen bislang 28 verschiedene Wirkstoffe, von denen etliche zusammen mit renommierten Pharmapartnern wie GSK, Biogen and Sanofi weiterentwickelt werden.

Teil 6: Medikament mit Milliardenumsätzen

Incyte hat sich dagegen auf Medikamente gegen Blut- und Autoimmunerkrankungen spezialisiert. Bereits seit 2011 zugelassen ist Jakafi , ein als Tablette verabreichtes Medikament gegen Myelofibrose, eine Störung der Blutbildung im Knochenmark, für das sich Novartis 2009 die Lizenzrechte sicherte und dessen jährliche Spitzenumsätze auf mehr als eine Milliarde US-Dollar beziffert werden. Ein weiterer Kandidat durchläuft gerade Wirksamkeitsstudien in der Behandlung von Rheuma, Schuppenflechte und diabetisch bedingtem Nierenversagen.

Teil 7: Hoffnungsträger wartet auf Zulassung

Nach den jüngsten Neuzulassungen bei Leukämiemedikamenten zählt in diesem Sektor vor allem Pharmacyclics zu den Übernahmekandidaten. Ibrutinib gegen vier Leukämiearten könnte bis 2018 Spitzenumsätze von 3,5 Milliarden US-Dollar einspielen. Dabei ist der Hoffnungsträger noch nicht zugelassen. Wegen des exzellenten Wirkprofils in der klinischen Phase II erhielt das Mittel die sogenannte Breakthrough Therapy Designation. Will heißen: ein Ausnahmefall, in dem wegen des hohen medizinischen Nutzens eine klinische Endphase III ausgespart bleibt. Gut vorstellbar, dass Pharmapartner Johnson & Johnson sich vor der Zulassung Pharmacyclics einverleibt.

Teil 8: Ein ideales Übernahmeziel

Ein ähnliches Szenario kann auch bei Genmab eintreten. Der dänische Antikörperspezialist ist bereits eine Allianz mit Glaxo eingegangen, um das gegen eine Form von Leukämie zugelassene Präparat Arzerra zu vermarkten. Ebenfalls mit Glaxo wird ein Antikörper gegen eine Autoimmunerkrankung der Haut entwickelt. Das Sortiment an Nischenprodukten macht Genmab zum idealen Ziel, zumal die europäische Firma im Vergleich zu den meisten US-Pendants noch moderat bewertet ist.

Teil 9: Die Aktien im Überblick

Aktien in diesem Artikel

Allianz 192,64 -2,06% Allianz
Amgen Inc. 210,15 2,29% Amgen Inc.
AstraZeneca PLC 88,26 0,90% AstraZeneca PLC
Firma Holdings Corp 0,06 0,36% Firma Holdings Corp
Genmab A-S 355,30 -0,45% Genmab A-S
Incyte Corp. 81,30 6,43% Incyte Corp.
Novartis AG 0,00 0,00% Novartis AG
Sanofi S.A. 81,10 -0,93% Sanofi S.A.

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