In diesem Jahr wäre Finanzvorstand Giulio Terzariol schon mit einem stagnierenden operativen Gewinn zufrieden: Als Ziel hat der Versicherer elf bis zwölf Milliarden Euro ausgegeben. "Dank unseres sehr gut diversifizierten Geschäftsmodells sind wir zuversichtlich, auch im neuen Geschäftsjahr wieder sehr gute Ergebnisse zu erzielen", erklärte der Italiener. Analysten haben die Latte aber bereits auf zwölf Milliarden Euro gelegt.

Unter dem Strich blieb im vergangenen Jahr ein Nettogewinn von 7,5 (2017: 6,8) Milliarden Euro. "Wir haben den höchsten Jahresüberschuss der letzten zehn Jahre erzielt - trotz eines sehr volatilen Marktumfelds, besonders im vierten Quartal", sagte Vorstandschef Oliver Bäte. Er hat sein Ziel erreicht, die Eigenkapitalrendite bis 2018 auf 13 Prozent zu steigern. 13,2 Prozent stehen zum Jahresende zu Buche.

DIVIDENDE STEIGT UM EINEN EURO

An die Aktionäre schüttet die Allianz erneut mehr aus: Die Dividende wird um einen Euro auf neun Euro je Aktie erhöht. Bereits am Vorabend hatte der Versicherer einen erneuten Aktienrückkauf im Volumen von 1,5 Milliarden Euro bis zum Jahresende angekündigt. In den vergangenen zwei Jahren hat Bäte schon sechs Milliarden Euro für eigene Aktien ausgegeben.

Der Umsatz - die Versicherungsprämien und die Fondsgebühren von Pimco und Allianz Global Investors - stieg 2018 um 3,5 Prozent auf 130,6 Milliarden Euro. Am besten lief es in der Schaden- und Unfallversicherung, die ihr operatives Ergebnis um 13 Prozent ausbaute und fast die Hälfte des Konzernergebnisses beisteuerte. "Wir haben unser Ziel einer Schaden-Kosten-Quote von 94 Prozent dank einer disziplinierten Zeichnungspolitik und insbesondere einer verbesserten Kostenquote erreicht", erklärte Terzariol.

In der Lebens- und Krankenversicherung bröckelte das operative Ergebnis dagegen auf 4,2 (4,4) Milliarden Euro ab, da die Kapitalanlagen wegen der wackligen Märkte weniger abwarfen und die Allianz fast eine halbe Milliarde Euro auf Aktien und andere Eigenkapital-Beteiligungen abschreiben musste. Die größte Abschreibung war auf den Anteil am Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia fällig, der vom Einsturz einer Brücke in Genua unter Beschuss der Politik geraten ist. Sinkende Kurse an den Märkten trafen auch die beiden Allianz-Vermögensverwalter, die zusammen 1,44 Billionen Euro für externe Kunden betreuen. Sie verzeichneten 2018 Mittelabflüsse von drei Milliarden Euro, konnten das operative Ergebnis aber wegen höherer Erträge leicht auf 2,5 (2,4) Milliarden Euro steigern.

rtr