Im Rennen um die Pole Position in der Premium-Klasse waren die Bayern zuletzt immer weiter hinter den Erzrivalen Mercedes-Benz zurückgefallen. Jetzt will BMW zurückschlagen. Alleine im laufenden Jahr sollen 20 neue oder überarbeitete Modelle an den Start rollen, darunter der X4 sowie der neue X5, kündigte Krüger an.

Parallel dazu will der Konzern seine E-Offensive fortsetzen und dafür Milliarden in die Hand nehmen. Nach den Plänen will BMW bis 2025 insgesamt 25 E-Autos im Angebot haben, davon zwölf reine Stromer, sagte Krüger.



Zugleich wies Krüger Vorwürfe zurück, der Konzern habe bei den Abgaswerten seiner Diesel-Fahrzeugen geschummelt. Bei den betroffenen Fahrzeugen der 5er und 7er Serie sei BMW "ein Fehler unterlaufen". Dort seien ursprünglich vorgesehene Softwaremodule nicht verwendet worden. Dies sei ein Versehen gewesen. "Mit einer gezielten Manipulation von Motorsteuerung und Abgasreinigung" habe dies "nichts zu tun", versicherte Krüger.

Der BMW-Chef übte in diesem Zusammenhang indirekt auch Kritik an Wettbewerbern. "Das Handeln einiger Hersteller hat der gesamten Branche geschadet", sagte Krüger mit Blick auf VW, Audi und Mercedes-Benz.



Für das laufende Jahr zeigte sich das Unternehmen weiter zuversichtlich. BMW peile "das neunte Rekordjahr in Folge an", sagte Krüger. Früheren Angaben zufolge soll das Vorsteuer-Ergebnis 2018 trotz kräftigen Gegenwinds von der Währungsseite sowie deutlich erhöhter Investitionen für Forschung und Entwicklung sowie der Anlaufkosten der neuen Baureihen erneut über zehn Milliarden Euro liegen.

Kritik an Aufsichtsratsbesetzung



Für Unmut unter Aktionären sorgte vor allem die erneute Kandidatur von Renate Köcher für den Aufsichtsrat. Angesichts der Vielzahl ihrer Aufsichtsratsmandate habe Köcher "nicht genügend Zeit", um ihr Mandat wahrzunehmen, kritisierte etwa Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Auch Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) warf Köcher "Overboarding" vor, also zu viele Aufsichtsratsposten. Laut Geschäftsbericht sitzt die Chefin des Meinungsforschungsinstituts Allensbach neben BMW auch noch in den Kontrollgremien von Infineon Bosch, Nestlé Deutschland sowie bis Anfang Mai bei der Allianz. Unter Branchen-Experten gelten wegen des hohen Zeitaufwands bis zu drei Aufsichtsratsposten als vertretbar.

Kritik am neuen Vergütungssystem



Auf Kritik von Aktionärsvertretern stieß zudem die geplante Neuregelung des Vergütungssystems für den Vorstand. Es sieht unter anderem den Wegfall der bislang möglichen Sonderzahlungen sowie geänderte Kriterien vor. Der Ausschüttungszeitraum von einem Jahr für eine Prämiengewährung sei zu kurz, monierte SdK-Sprecher Bauer. Binnen zwölf Monaten lasse sich weder ein Erfolg noch ein Misserfolg messen. Dies zeigten auch die Entwicklungen Volkswagen oder die Deutsche Bank, wo nach Jahren mit Milliarden-Gewinnen Verluste und milliardenschwere Strafzahlungen angefallen seien.

Aufsichtsratschef Norbert Reithofer wies die Vorwürfe zurück. Köcher sei seit 2008 Mitglied im BMW-Aufsichtsrat und habe in dieser Zeit bei einer einzigen Sitzung gefehlt. Auch der Kritik am Vergütungssystem trat Reithofer entgegen. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats seien alle Vergütungskriterien auf langfristigen Erfolg angelegt.