INTERVIEW

Deutsche Wohnen-Aktie: Immobilienkonzern muss bei LEG-Fusion noch viel erklären

Deutsche Wohnen-Aktie: Immobilienkonzern muss bei LEG-Fusion noch viel erklären
06.10.2015 20:00:00

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen muss bei seinen Aktionären für die milliardenschwere Übernahme der Konkurrentin LEG lauter trommeln als gedacht. Mehr als die Hälfte der Investoren habe er in den vergangenen zwei Wochen in London, Paris, Brüssel und Amsterdam besucht, sagte Vorstandschef Michael Zahn in einem am Dienstag veröffentlichten Reuters-Interview.

"Überall erklären wir, warum wir uns die LEG als Partner mit ihren Wohnungsbeständen in Nordrhein-Westfalen ausgesucht haben und warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist." Das sei ein Stück Arbeit, räumte Zahn am Rande der Immobilienmesse "Expo Real" in München ein: "Wir haben noch Überzeugungsarbeit vor uns, denn das ist zwar aus Sicht der Deutschen Wohnen eine konsequente, aber keine selbsterklärende Transaktion." Der Manager hofft, dass die eigenen Aktionäre am Ende mitziehen. Sie werden abermals über eine Kapitalerhöhung zur Kasse gebeten. Die Entscheidung fällt auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 28. Oktober.

Sollte der Zukauf noch scheitern, wäre es die zweite Niederlage für Vorstandschef Zahn nach der fehlgeschlagenen Übernahme der österreichischen Conwert zu Jahresbeginn, wo er bei Anlegern und Management abgeblitzt war. Das soll diesmal anders sein. Das LEG-Management unterstützt das Vorhaben jedenfalls. Deutsche Wohnen, die Nummer zwei unter den börsennotierten Wohnungskonzernen in Deutschland, hatte die Übernahme im September angekündigt. Durch ein Zusammengehen mit der LEG würden die Berliner den Abstand zum inzwischen im Dax notierten Branchenführer Vonovia wieder verkürzen. Bis zum Jahresende soll die Fusion mittels Aktientausch über die Bühne gehen. Inklusive Schulden ist der Deal rund acht Milliarden Euro schwer.

Zahn ist optimistisch, dass der Deal gelingt. "Ich möchte mit der Deutschen Wohnen gern den nächsten Schritt gehen", betonte der Manager, der den Konzern seit 2007 führt und seither etliche Zukäufe - Gehag, Baubecon, GSW - unter Dach und Fach gebracht hat. Die eigenen Aktionäre stünden vor einer Grundsatzentscheidung: "Wie soll sich die Deutsche Wohnen in den nächsten Jahren aufstellen? Wo wollen wir wachsen?" Mit der LEG wäre der Konzern in Zukunft breiter aufgestellt. "Das halte ich für besser, als langfristig von einem einzigen Markt abhängig zu sein." Standbeine seien dann neben Berlin auch das Rhein-Main-Gebiet und eben NRW. Beide Gesellschaften verwalteten qualitativ hochwertige Bestände, der Leerstand sei gering.

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Bildquelle: Deutsche Wohnen AG

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