AKTIE IM FOKUS 2: Boeing weiter auf Talfahrt - Drosselt 737-Max-Produktion

AKTIE IM FOKUS 2: Boeing weiter auf Talfahrt - Drosselt 737-Max-Produktion

WKN: 850471 ISIN: US0970231058 Boeing Co.

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20.05.2019 - 18:20
08.04.2019 16:19:41

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NEW YORK (dpa-AFX Broker) - Die Aktien des Flugzeugbauers Boeing haben nach der jüngsten Erholung am Montag einen neuen Dämpfer bekommen. Die negativen Nachrichten zur Baureihe des Flugzeugs 737 Max reißen nicht ab. Wie die Hongkonger Tageszeitung "South China Morning Post" berichtete, setzte nun auch die China Aircraft Leasing (CALC) Bestellungen für das Unglücksmodell aus. Boeing selbst zog ebenfalls Konsequenzen und fährt nach zwei Abstürzen und diversen Flugverboten die Produktion dieser Baureihe herunter.

Gut eine halbe Stunde nach Handelsbeginn büßten die Anteile von Boeing am Ende des leicht schwächelnden US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) über vier Prozent auf 375,81 US-Dollar ein.

Die Leasing-Gesellschaft CALC, die 75 Flugzeuge des Typs 737 Max bestellt und eine Option auf 25 weitere Maschinen hatte, hat diese Bestellungen auf Eis gelegt. Boeing selbst will nun zudem die monatliche Fertigungsrate für die 737-Max-Baureihe ab Mitte April um fast ein Fünftel auf 42 Maschinen drosseln. Eigentlich war geplant gewesen, die Produktion der bestverkauften Modellreihe bis zum Sommer deutlich zu erhöhen.

Analyst David Strauss von der britischen Bank Barclays senkte nach den Neuigkeiten zur Produktionsdrosselung seine Schätzungen für den diesjährigen Gewinn je Aktie aus dem Kerngeschäft (Core EPS) von Boeing um rund 40 Prozent und seine Schätzungen für den freien Mittelzufluss um rund 12 Milliarden Dollar auf nun rund 3 Milliarden Dollar. Auch seine EPS-Schätzungen für 2020 und 2021 revidierte der Experte nach unten und verwies dabei auf weitere Kosten und geringere Margen für die Baureihe 737.

Sein Kursziel für die Aktie kappte Strauss entsprechend von 460 auf 417 Dollar, blieb jedoch bei seiner Kaufempfehlung. Das neue Ziel berücksichtige bislang keine möglichen weiteren Risiken wie etwa einen bedeutenderen Umbau der Baureihe oder bedeutende finanzielle Belastungen durch die Ermittlungen des US-Justizministeriums, hieß es.

Zunächst im Oktober 2018 in Indonesien und dann im März in Äthiopien waren zwei baugleiche Boeing 737 Max 8 abgestürzt und hatten insgesamt 346 Menschen in den Tod gerissen. Nach dem zweiten Unglücksfall waren weltweit Startverbote für die Boeing-Serie erlassen worden. Untersuchungen über die Unfallursachen laufen. In diesem Zusammenhang waren Problemen mit einer Steuerungssoftware bekannt geworden.

Für die Aktien von Boeing, die noch am 1. März bei rund 446 US-Dollar ein Rekordhoch erreicht hatten, ging es seither überwiegend abwärts. Insgesamt steht seither ein Kursverlust von knapp 16 Prozent zu Buche./ck/gl/mis

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