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Allianz-Aktie fällt nach Zahlen ans Dax-Ende - Versicherer sieht Trendwende bei Vermögensverwalter Pimco

Allianz-Aktie fällt nach Zahlen ans Dax-Ende - Versicherer sieht Trendwende bei Vermögensverwalter Pimco
06.11.2015 13:47:00

Die geringeren Gebühreneinnahmen in der Vermögensverwaltung und der Umbau der Lebensversicherung haben die Allianz im dritten Quartal stärker belastet als Analysten erwartet hatten. Anleger zeigten sich enttäuscht - obwohl der Konzern eine Trendwende beim US-Fondsanbieter Pimco sieht. Die Allianz-Aktie gab drei Prozent auf 155,33 Euro nach.

Der gebeutelte US-Vermögensverwalter Pimco hat nach Ansicht seines Eigentümers Allianz nach gut zwei Jahren das Schlimmste überstanden. "Wir haben den Turnaround geschafft", sagte Allianz-Finanzvorstand Dieter Wemmer am Freitag bei der Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal. Der Oktober sei der erste Monat seit Mai 2013 gewesen, in dem neue Anleger mehr Geld in Pimco-Fonds gesteckt hätten als andere abzogen. Die Enttäuschung der Investoren über Fehlspekulationen an den US-Anleihemärkten und ein monatelanger Führungsstreit um den im Unfrieden geschiedenen Firmengründer Bill Gross hatten sich gegenseitig hochgeschaukelt.

"Wir haben bei Pimco viele Hürden überwunden", sagte Wemmer. Nun sei der kalifornische Fondsanbieter wieder konkurrenzfähig, wie die Allianz sich das zu Beginn des Jahres erhofft habe. Im dritten Quartal waren aus den Pimco-Fonds nochmals 16 Milliarden Euro abgezogen worden. Zusammen verwalteten Pimco und die Schwestergesellschaft Allianz Global Investors im September noch 1,75 Billionen Euro, davon fast eine halbe Billion für die Allianz selbst.

Die geringeren Gebühreneinnahmen in der Vermögensverwaltung belasteten den Konzern im dritten Quartal aber ebenso wie der Umbau der Lebensversicherung - stärker als Analysten erwartet hatten. Allein Pimco und die Schwestergesellschaft Allianz GI lieferten in München mit 600 Millionen Euro 14 Prozent weniger Gewinn ab. Das operative Ergebnis im Konzern schrumpfte um 7,5 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro. Der Nettogewinn ging wegen Steuereffekten und der Turbulenzen am Kapitalmarkt sogar um 15 Prozent zurück. Der Umsatz schrumpfte im Quartal um vier Prozent auf 27,5 Milliarden Euro, ohne den schwachen Euro wäre es noch stärker abwärts gegangen. Die Allianz-Aktie gab 2,2 Prozent auf 155,60 Euro nach.

Dennoch sieht Finanzvorstand Wemmer die Allianz auf Kurs, den operativen Gewinn in diesem Jahr wie geplant um bis zu 400 Millionen auf 10,8 Milliarden Euro auszubauen - auch wenn die Unwägbarkeiten in den vergangenen Monaten etwas größer geworden seien, wie er einräumte. Nach neun Monaten lag der operative Gewinn mit 8,15 Milliarden Euro nur auf Vorjahresniveau. Die Allianz könne sich aber im vierten Quartal noch steigern. Von Juli bis September habe sie allein durch Währungseffekte 600 Millionen Euro verloren, ein Drittel davon habe sie im Oktober aber schon wieder aufgeholt, sagte Wemmer. Wenn die Gewinnprognosen sich erfüllten, dürften die Aktionäre auch auf mehr Dividende hoffen. Analysten erwarten im Schnitt eine Erhöhung auf 7,40 (2014: 6,85) Euro. Die Allianz schüttet die Hälfte ihres Gewinns aus.

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Bildquelle: Allianz SE

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