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Antizyklisch investieren: Acht Aktien mit Turnaround-Chance

Antizyklisch investieren: Acht Aktien mit Turnaround-Chance

WKN: 604700 ISIN: DE0006047004 HeidelbergCement AG

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0,36 EUR 0,62 %
16.01.2019 - 09:14
15.01.2019 05:20:00

Der Ausverkauf am Aktienmarkt hat die Bewertungen über alle Branchen hinweg gedrückt. Mutige greifen jetzt bei Firmen zu, deren Gewinnentwicklung nach einem Durchhänger wieder nach oben zeigt. Von Stefan Riedel

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien am 06.12.2018 in Heftausgabe 49/2018

Ein Buchverlust von 162 Milliarden Euro binnen vier Wochen - das Kursdesaster der Apple-Aktie im November zeigt, wie drastisch der jüngste Ausverkauf an den Aktienmärkten war. Betroffen waren vor allem zyklische Branchen - jene also, die über Jahre hinweg für ein wahres Kursfeuerwerk gesorgt hatten. Wieder angesagt hingegen waren vermeintliche Langweiler aus defensiven Branchen wie IT oder Gesundheit, etwa die Deutsche Telekom oder der Schweizer Pharmakonzern Novartis.



Die Stimmung unter den Investoren bleibt rund um den Globus auch weiterhin gedrückt. Von positiven saisonalen Effekten wie der Jahresendrally, mit der insbesondere Fondsmanager ihre Performance noch aufhübschen wollten, ist aktuell nicht viel zu sehen. Stimmungskiller sind in erster Linie makroökonomische Unsicherheitsfaktoren.


Ausverkauf nähert sich dem Ende



Dabei liefern viele Unternehmen im operativen Geschäft weiterhin Argumente, dass sich das Wachstum 2019 und darüber hinaus fortsetzen kann, wenn auch in leicht abgeschwächter Form. Die meisten Finanzexperten sind sich einig, dass mit den jüngsten Kursabschlägen geringere Wachstumserwartungen eingepreist sind. Gerade Titel aus konjunktursensiblen Branchen sind wieder auf das Kursniveau von 2016 zurückgefallen. Das gilt aber auch für Unternehmen aus dem Konsumgüterbereich, die als Nutznießer der guten Konjunktur und des boomenden Arbeitsmarkts gelten.

Jakub Hodek, Fondsmanager bei der in München ansässigen Vermögensverwaltung Eyb & Wallwitz, macht für die aktuelle Marktschwäche vor allem zwei Faktoren verantwortlich: "Bei ihren Ausblicken in der jüngsten Berichtssaison haben die Technologieschwergewichte ungeachtet ihrer weiterhin hohen Wachstumsdynamik die Investoren enttäuscht." Zu hohe Gewinnerwartungen seien in den Kursen eingepreist gewesen. Dabei spreche gerade in den USA die Tatsache, dass im S & P 500 Index das Gewinnwachstum im Schnitt branchenübergreifend bei 26 Prozent lag, für eine robuste Konjunktur.

Wie Hodek sieht auch Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank, den Boden langsam erreicht: "Mit der jüngsten Äußerung der US-Notenbank Fed im Hinblick auf eine moderate Anhebung der Leitzinsen im kommenden Jahr hat sich die Angst vor höheren Zinsen deutlich verringert." Was die europäische Schuldenpolitik im Konflikt mit Italien und den Handelskonflikt zwischen den USA und China angeht, stünden die Regierenden in der Bringschuld. "Zeigen sich erste Anzeichen eines Tauwetters, wird die Stimmung für Aktienkäufe wieder positiver, zumal es weiterhin keine richtigen Anlagealternativen zu Aktien gibt." Einen Schritt in die richtige Richtung gab es auf dem G-20-Gipfel: US-Präsident Donald Trump und Chinas Pendant Xi Jinping erzielten eine vorläufige Einigung im Handelsstreit. So kommt China den USA wohl bei den Autozöllen entgegen. Dafür wollen die Nordamerikaner die angedrohte Erhöhung von Importzöllen vorerst aussetzen. Die Börsen legten kräftig zu.

Wo sich der Einstieg lohnt



Besonders gut sind die Renditechancen bei Unternehmen, bei denen es zuletzt nicht rund gelaufen ist, die aber im nächsten Jahr und darüber hinaus auf der Gewinnseite durchstarten werden. Was die Gewinnentwicklung angeht, sollten Anleger verstärkt auf europäische Unternehmen setzen, die weiterhin einen Bewertungsabschlag zu ihren US-Wettbewerbern aufweisen, aber im kommenden Jahr die Erträge wohl stärker steigern werden (siehe Infografik Seite 2 Mitte). Die Investmentkriterien in der Aufzählung rechts geben eine Orientierungshilfe, worauf es jetzt bei der Auswahl potenzieller Überflieger von morgen ankommt.

Mögliche Kaufkandidaten, die wir auf den folgenden Seiten vorstellen, sind in den unterschiedlichsten Branchen zu Hause. Aussichtsreich sehen wir auch wieder Unternehmen wie Krones, die BÖRSE ONLINE nach Gewinnenttäuschungen zunächst herabgestuft hatte. Koenig & Bauer und Henkel-Vorzüge wiederum sind etwas unglücklich unter unsere Stoppkurse gefallen, liefern aus fundamentaler Sicht auf dem aktuellen Bewertungsniveau jedoch weiterhin Kaufargumente. Zumal es bei Henkel noch die günstiger bewertete Stammaktie gibt, die weniger volatil ist. Eines haben unsere Favoriten gemeinsam: Es sind keine Sprinter. Nur wer bereit ist, die Aktien über mehrere Jahre zu halten, wird am Ende auch Spaß an seinen Investments haben.

Auf Seite 2: Markterwartungen auf einen Blick



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