NACH DER MONSANTO-ÜBERNAHME

Bayer-Aktie: Vor diesem Schreckensszenario fürchten sich die Anleger

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WKN: BAY001 ISIN: DE000BAY0017 Bayer

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23.04.2019 - 13:58
09.04.2019 03:10:00

Die Monsanto-Übernahme kann für Bayer zu einem richtigen Albtraum werden. Das Schicksal des Konzerns liegt in den Händen von US-Gerichten. Von Matthias Fischer

Schon jetzt stellt sich die Frage, ob es von dem deutschen Traditionsunternehmen Bayer klug war, den US-Saatgutkonzern Monsanto im Sommer 2018 zu kaufen. Monsanto hat einen schlechten Ruf - und den Unkrautvernichter Glyphosat als Bestseller im Angebot. Das Herbizid steht in Verdacht, Krebs erregend zu sein. Bayer bestreitet dies, hat aber vor US-Gerichten bereits zwei Niederlagen erlitten. Edwin Hardemann ist 2015 an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und hat Ende März 2019 von einem Gericht in San Franzisco einen Schadenersatz in Höhe von 80 Millionen US-Dollar zugesprochen bekommen.

Dieses neue Urteil gilt als richtungsweisend für 760 weitere Verfahren, die ebenfalls bei dem Gericht in San Francisco anhängig sind. Zwar ist der Ausgang dieses Verfahrens rechtlich nicht bindend für die weiteren Prozesse. Allerdings gibt der Prozess Hinweise auf die Erfolgsaussichten. Insgesamt liegen 11200 Klagen im Zusammenhang mit Glyphosat gegen Monsanto und damit gegen Bayer vor. Eine andere Jury sprach einem an Krebs erkrankten Hausmeister bereits im Spätsommer letzten Jahres 289 Millionen Dollar zu. Ein Richter reduzierte die Summe anschließend auf 78 Millionen Dollar. Bayer ging gegen das Urteil in Berufung.

Damit sind zwei Urteile schon gesprochen worden - und beide Male lag die Höhe des Schadenersatzes bei rund 80 Millionen US-Dollar. Geht man rein spekulativ einmal davon aus, dass von den 11200 anhängigen Klagen nur jede fünfte erfolgreich sein wird und ein Schadenersatz in ähnlicher Höhe anfällt, summiert sich das auf rund 180 Milliarden Dollar (160 Milliarden Euro). Bayer hat bisher für etwaige Schadenersatz-Forderungen noch keinen einzigen Euro zurückgestellt, sondern nur für anfallende Rechtskosten. In der Bilanz zum 31.12.2018 wies der Konzern verfügbare Barmittel (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) in Höhe von 4,1 Milliarden Euro aus. Das sind gerade mal 2,5 Prozent von 160 Milliarden Euro. Selbst der gesamte Konzern bringt es aktuell nur auf einen Börsenwert von weniger als 60 Milliarden Euro. Wie Bayer eine solche Schadenersatz-Summe schultern könnte, ist vollkommen unklar. Wenn es schlecht für Bayer vor den US-Gerichten läuft, kommt der Konzern in eine ausgesprochen gefährliche Situation, die Anleger gruseln lässt.

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Bildquelle: Wolfgang Rattay/Reuters

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