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Bayer-Aktie: Was Anleger über die Schlappe im US-Glyphosat-Prozess wissen müssen

Bayer-Aktie: Was Anleger über die Schlappe im US-Glyphosat-Prozess wissen müssen

WKN: BAY001 ISIN: DE000BAY0017 Bayer

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25.04.2019 - 19:45
21.03.2019 05:10:00

Bayer hat ein wichtiges Gerichtsverfahren in den USA verloren und könnte sich nun bald gigantischen Schadenersatz-Forderungen ausgesetzt sehen. Von Matthias Fischer



Die milliardenschwere Übernahme des US-Agrarchemie-Unternehmens Monsanto könnte für Bayer ein Desaster werden. Monsanto hat nicht nur weltweit einen schlechten Ruf, sondern stellt auch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat her. Das Mittel steht unter dem Verdacht, Krebs zu erzeugen. Bayer streitet das vehement ab - und hat nun in den USA eine herbe Schlappe erlitten: Eine Jury des zuständigen Bundesbezirksgerichts in San Francisco entschied, dass Glyphosat ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenkrebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman gewesen ist.



Nun geht das Verfahren in die Runde zwei, in der geklärt werden soll, ob Hersteller Monsanto über die Risiken nicht richtig aufgeklärt hat und wie hoch der mögliche Schadenersatz ausfällt. Und das ist auch der Grund, warum die Bayer-Aktie nun massiv fällt und angesichts ihres großen Gewichts im DAX den ganzen Index mit nach unten zieht. Sollte Monsanto nämlich für haftbar befunden werden, wird dies den Leverkusener Traditionskonzern in der Folge ein Menge Geld kosten. Denn gegen Monsanto liegt eine ganze Welle von Klagen vor, aus denen dann ebenfalls riesige Schadenersatz-Forderungen folgen würden.


Für die Aktionäre des Konzerns wäre das gleich aus mehreren Gründen eine schlechte Nachricht. Zum einen würde die Bayer-Aktie weiter sinken. Aber diese Talfahrt würde noch dadurch verstärkt werden, dass Bayer die etwaigen Milliarden von Euro, die an Schadenersatz fällig werden könnten, nicht mehr für die Aktionäre zur Verfügung stehen würden. Bayer hatte ihnen zuletzt versprochen, Aktien zurückzukaufen und die Dividende zu erhöhen. Und dass, obwohl schon jetzt der Konzern ohne Schadenersatz-Forderungen unter einer hohen Schuldenlast ächzt.

Damit scheint sich zu bewahrheiten, was der ehemalige Bayer-Chef Marijn Dekkers schon im Jahr 2016 geahnt hatte: Dass der Kauf von Monsanto, der schon damals in Erwägung gezogen worden war, zu riskant sei. Sein Nachfolger Werner Baumann hatte weniger Hemmungen, kaufte Monsanto und hat sich so große Risiken in den Konzern geholt.

Fazit: Trotz der nun ausgesprochen günstigen Bewertung drängt sich angesichts der zahlreichen Fragezeichen ein Einstieg in die Bayer-Aktie nicht auf.

Was die BÖRSE ONLINE-Facebook Fans von dem Monsanto-Kauf halten:




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Bildquelle: Bayer AG

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