Nach einer minutenlangen Handelsunterbrechung sackte der Kurs um 17 Prozent auf gut 30 Euro ab, der niedrigste Stand seit Ende März 2021. Der Handel wurde daraufhin ein zweites Mal unterbrochen. Zuletzt notierte die Aktie noch mit 12,8 Prozent im Minus bei 31,75 Euro.

Bayer sehe nach der Auswertung von Studiendaten kein ausreichend hohes Nutzen-Risiko-Verhältnis mehr für den Medikamentenkandidaten gegen chronischen Husten, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Schritt kommt nicht nur für den Aktienmarkt überraschend - auch das Unternehmen selbst hatte dies nicht erwartet, wie eine Evotec-Sprecherin am Freitag einräumte. "Grundsätzlich kann so etwas aber immer passieren."

Evotec erhält nun die Rechte an allen P2X3-Assets zurück. Der MDax-Konzern will die Studiendaten, sobald diese verfügbar seien, genau bewerten und dann "alle Optionen" in Betracht ziehen. Theoretisch könnte Evotec beispielsweise auch auf eigene Faust weiter forschen oder sich einen neuen Partner ins Boot holen - oder die Studien komplett einstellen. Allerdings seien diese bereits weit fortgeschritten, sagte die Sprecherin.

Die Entscheidung des Bayer-Konzerns hat nach Angaben von Evotec keinerlei Einfluss auf die Unternehmensziele bis 2025. Dennoch dürfte es für den Hamburger Auftragsforscher ein schwerer Schlag sein, denn bislang ist aus seiner Forschung noch kein Mittel hervorgegangen, das eine Marktzulassung erhalten hat. Das Hustenmittel Eliapixant galt als einer der aussichtsreicheren Kandidaten in der Pipeline der Hanseaten.

Erst im August hatte Evotec mitgeteilt, von dem Kooperationspartner über positive Ergebnisse einer klinischen Phase-IIb-Studie mit der Substanz zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit zur Behandlung einer bestimmten Form des chronischen Hustens informiert worden zu sein.

Analyst Peter Welford vom Investmenthaus Jefferies hatte in einer Studie von Ende November für Eliapixant einen Wert von 2 Euro je Evotec-Aktie angesetzt. Damals maß der Experte dem Medikament eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent für eine Zulassung bei und prognostizierte ein Potenzial für einen Spitzenumsatz (Peak Sales) von 1,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

dpa-AFX