Der Kosmetikhersteller Beiersdorf sieht sich dank guter Verkäufe in Amerika und Osteuropa auf Rekordkurs und hebt das Rendite-Ziel an. Der Betriebsgewinn stieg in den ersten neun Monaten um mehr als ein Fünftel auf 750 Millionen Euro gestiegen, wie der Hamburger Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Vor einem Jahr hatten hohe Abschreibungen auf das defizitäre Chinageschäft das Ergebnis belastet. Der Umsatz legte um fast sieben Prozent auf gut fünf Milliarden Euro zu. Dabei profitierte das Unternehmen mit Marken wie Nivea, Eucerin, Hansaplast und der Klebstofftochter Tesa auch vom schwachen Euro. Organisch, also bereinigt um Wechselkursschwankungen, kletterten die Erlöse um 2,7 Prozent. "Wir wachsen teils gegen den Markt und setzen uns auch in einem schwierigen Marktumfeld durch", sagte Vorstandschef Stefan Heidenreich. Die Beiersdorf-Aktie legte 1,2 Prozent zu.

Für das Gesamtjahr legte Beiersdorf bei der Rendite die Latte etwas höher: Statt einer operativen Rendite leicht über der des Vorjahres von 13,7 Prozent erwartet der Konzern nun einen deutlichen Anstieg. Nach neun Monaten lag die Marge bei 14,9 Prozent. Der Umsatz soll um drei bis vier Prozent zulegen.

Starke Zuwachsraten erzielte die Kosmetiksparte von Januar bis September vor allem in Osteuropa, wo der Umsatz um mehr als sieben Prozent zulegte. Besonders dynamisch sei das Geschäft in Russland gewesen, teilte Beiersdorf mit. Deutlich steigerte sich der Konzern auch in Nord- und Südamerika, dort liefen die Geschäfte vor allem in Brasilien rund. In Europa stabilisierten sich die Erlöse weiter. Die Klebstofftochter Tesa, die für etwa ein Sechstel des Konzernumsatzes steht, legte ebenfalls zu.

Allein im dritten Quartal steigerte der von der Tchibo-Mutter Maxingvest kontrollierte Hamburger Traditionskonzern den Betriebsgewinn ohne Sondereffekte um mehr als zehn Prozent auf 242 Millionen Euro. Mit etwa soviel hatten auch Analysten gerechnet. Der Konzernumsatz stieg um rund sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Damit schnitt Beiersdorf etwas besser ab, als der Rivale L'Oreal. Beim französischen Weltmarktführer waren die Geschäfte zuletzt nicht so rund gelaufen wie erhofft, weil sich die Umsätze mit Luxus-Produkten in Hongkong und an Flughäfen abschwächten.

Reuters