XDAX mit Tücken!


Ich hatte am Vormittag des 30.12.2019 einen K.-o.-Schein auf den XDAX erwor­ben und mit einem Stop Loss (Börsenplatz OTC, also außerbörslicher Handel mit dem Emittenten) abgesichert. Mir war klar, dass die Börsen an diesem Tag um 14 Uhr schließen. Ich war überzeugt, dass das auch für den außerbörslichen Handel gilt. Die Futures wurden an diesem Tag aber bis 20.30 Uhr gestellt. Die Kurse rauschten am Nachmittag um über 200 DAX-Punkte in den Keller, der K. o. wurde vom Emittenten ausgelöst, die Stop-Loss-Order aber nicht, also Totalverlust, ohne die Möglichkeit einzugreifen. Der Emittent schreibt dazu: "Am 30.12.2019 lief der Handel unserer Produkte lediglich bis 14 Uhr, wie auch der Xetra-Handel. Im Anschluss lief der Handel des XDAX jedoch weiter und Ihr Produkt wurde somit im Verlauf des Tages ausgeknockt. Generell können unsere Produkte immer zu den Handelszeiten des Basiswerts ausknocken. Bei Währungen beispielsweise rund um die Uhr." Da die DAX-Futures werktags inzwischen in der Zeit von 0 bis 23 Uhr berechnet werden, könnten XDAX-Scheine demzufolge außerhalb der Handelszeiten (8 bis 22 Uhr) ausgeknockt werden - zumindest kann man diese Aussage so inter­pretieren. Für die "normalen" Knock-out-Scheine gilt das nach Angaben des Emit­tenten nicht: "Knock-out-Produkte bezogen auf den DAX können nur von 9 bis 17.30 Uhr ausgeknockt werden. Außerhalb dieser Handelszeit bieten wir bei diesen Produkten weiterhin Preise, aber die Zertifikate können nicht ausgeknockt werden." Ich schreibe Ihnen vor allem, um zu verhindern, dass andere Leser in dieselbe Falle laufen.

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