Vor Jahresfrist hatte Credit Suisse wegen Altlasten einen Gewinnrückgang auf 2,7 Milliarden Franken verbucht. 2022 werde ein Jahr des Übergangs, erklärte die Bank weiter. Restrukturierungskosten und ein höherer Vergütungsaufwand dürften das Ergebnis beeinträchtigen. Die Vorteile der Umschichtung von Kapital in das Kerngeschäft der Vermögensverwaltung und Kosteneinsparungen dürften größtenteils ab 2023 zum Tragen kommen.

Credit Suisse wolle sich darauf konzentrieren, die bestehende Strategie umzusetzen. "Ich bin überzeugt, dass wir gut positioniert sind, um eine stärkere und kundenorientiertere Bank aufzubauen, die das Risikomanagement fest in ihrer DNA verankert, um nachhaltiges Wachstum und nachhaltigen Wert für unsere Investorinnen und Investoren, unsere Kundinnen und Kunden sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen", erklärte Konzernchef Thomas Gottstein.

Nachdem der Schweizer 2020 als Chef einen guten Start hingelegt hatte, erschütterten mehrere Fehlschläge das Institut im Frühjahr 2021. So kostete der Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos die Bank fünf Milliarden Franken. Dazu kamen die Notabwicklung von zusammen mit Greensill geführten Fonds sowie eine Reihe von Rechtsfällen und Untersuchungen der Regulatoren. Und im Januar musste Verwaltungsratspräsident Antonio Horta-Osorio wegen Verstößen gegen Quarantäne-Regeln zurücktreten.

Auch im Tagesgeschäft kämpft Credit Suisse mit Gegenwind. Während der Erzrivale UBS im Schlussquartal 2021 erneut viele Kundengelder einsammelte, zogen Millionäre und Milliardäre bei der Nummer zwei des Landes in Asien und im Heimmarkt Milliarden Franken an Vermögen ab. Im Investmentbanking resultierte wegen Archegos im Gesamtjahr ein Verlust von 3,9 Milliarden Dollar.

Mit ihrem Abschluss hinkt Credit Suisse den vergleichbaren Instituten deutlich hinterher. Die UBS fuhr 2021 konzernweit mit 7,5 Milliarden Dollar den höchsten Gewinn seit der Finanzkrise ein. Die Deutsche Bank, die vor wenigen Jahren an einem ähnlichen Punkt stand wie Credit Suisse jetzt, erzielte 2021 den zweiten Jahresgewinn in Folge und stellte erstmals seit drei Jahren eine Dividende in Aussicht. Credit Suisse will für das vergangene Jahr 0,1 Franken je Aktie ausschütten.

rtr