Das Bundesverkehrsministerium hatte tags zuvor einen Rückruf von 774.000 Dieselwagen der Marke mit dem Stern europaweit angeordnet, davon 238.000 in Deutschland. Grund ist eine unzulässige Abschalteinrichtung, die die Schwaben aber nach wie vor nicht für einen Gesetzesverstoß halten. Deshalb wollen sie Widerspruch gegen den KBA-Bescheid einlegen.

Ein Großteil der 774.000 Fahrzeuge war laut Daimler schon in der freiwilligen Service-Aktion über mehr als drei Millionen Pkw in Europa eingeplant gewesen, die der Konzern im Juli 2017 angekündigt hatte. Damals erklärte sich Daimler bereit, die Stickoxid-Emissionen bei nahezu allen Dieselautos mit Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 per Software-Update zu reduzieren. Die Kosten wurden mit 220 Millionen Euro angegeben. Analysten rechnen dennoch mit weiteren schlechten Nachrichten. Die finanziellen Auswirkungen des jüngsten Rückrufs seien überschaubar, erklärten die Experten der DZ Bank. Doch die Aktie bleibe belastet. "Zudem erscheinen uns weitere negative Nachrichten aufgrund der Prüfung weiterer Fahrzeuge sowie möglicher Klagen wahrscheinlich." Der Diesel-Rückruf sei ein Reputationsschaden für den Premiumhersteller, der sich finanziell nicht beziffern lasse, erklärte Sven Diermeier von Independent Research.

Unter den drei Millionen Fahrzeugen, über die "Bild" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, sollen die Geländewagen G-Klasse, GLE, die Oberklassemodelle E-Coupe und S-Klasse und weitere Modelle des Mittelklassewagens C-Klasse sein. In Deutschland seien es insgesamt eine Million Autos. Das Bundesverkehrsministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

rtr