Ob die heiße Show der Chippendales, ein Deutschrock-Konzert von Nena oder die Heavy Metall-Konzerte von Iron Maiden, pandemiebedingt blieben die Konzerthallen dieses Jahr überwiegend leer. Viele Termine wurden auf später verschoben. Die gute Nachricht für die Fans, bereits gekaufte Karten behalten oftmals ihre Gültigkeit. Ganz anders sieht es bei den Veranstaltern aus. Sie erlitten hohe Umsatzeinbußen.

Ende November hat die DEAG Deutsche Entertainment AG die Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2020 veröffentlicht. Dabei sanken die Umsatzerlöse von 123,1 Millionen Euro auf 39 Millionen Euro. Beim EBITDA wurde ein kleines Plus von 300.000 Euro erzielt. Im Vorjahr standen hier noch acht Millionen Euro Bruttogewinn. Dass der Konzertveranstalter nicht in die roten Zahlen rutschte, ist den scharfen Kostensenkungen, Verwaltungs- und Vertriebskosten wurden halbiert, sowie den Ausfallszahlungen der Versicherungen von insgesamt rund zehn Millionen Euro, zu verdanken.

2021 könnte nun eine erste Wende bringen. Die große Hoffnung liegt bei den Impfstoffen. Sind weite Teile der Bevölkerung immun gegen das Covid-Virus, wäre das der Befreiungsschlag für die Konzert- und Veranstaltungsbranche. Bei DEAG ist man jedenfalls vorbereitet. Mit den ersten Konzertterminen im Februar will der Veranstalter durchstarten. Insgesamt verfügt Deag bereits über eine Umsatzbasis von mehr als 100 Millionen Euro für das neue Jahr. Jede zusätzliche Veranstaltung käme obendrauf.

Der Aktienkurs hat stark gelitten. Die Notiz stürzte von sechs Euro im Februar auf zuletzt 2,34 Euro ab. Eine Gegenbewegung ist bereits angelaufen. Vor der Pandemie war Deag auf Kurs für ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 20 Prozent im Jahr und einer steten Margenverbesserung dank dem Ausbau der Eigenveranstaltungen sowie der Ticketvermarktung über die myticket-Plattform. Das Kursziel der Analysten von Hauck & Aufhäuser lautet 5,30 Euro. Anleger sollten erste Positionen aufbauen. Allerdings eignet sich der Wert nur für sehr spekulative Naturen.

Die Liquidität des Unternehmens ist zwar hoch. Gleichzeitig gibt es aber auch hohe Schulden. Vor allem wenn Veranstaltungen nicht nachgeholt werden, gäbe es zusätzlichen Liquiditätsbedarf. Wer hier mitwetten will, achtet unbedingt auf den angegebenen Stopp-Kurs.

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Kursziel: 5,30 Euro
Stoppkurs: 2,79 Euro