* DEUTSCHLAND/VIRUS - Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der 16 Bundesländer wollen heute über das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie entscheiden. Gerechnet wird damit, dass der bis Sonntag befristete Lockdown bis zum Ende des Monats verlängert wird. "Bis auf zwei Länder sind alle für Ende Januar", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Verhandlungskreisen. Die Runde muss auch klären, ob einige Bundesländer ihre Grundschulen kommende Woche wieder öffnen dürfen. Die Kultusminister sprachen sich bereits dafür aus, dass die Länder dies je nach Infektionslage selbst regeln sollten.

* VIRUS/RKI - In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 11.897 auf knapp 1,79 Millionen, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um 944 auf 35.518 zu.

* USA/SENAT - In den USA entscheidet sich heute, ob sich der designierte Präsident Joe Biden auf eine Mehrheit im Kongress stützen kann. Während seinen Demokraten eine Mehrheit im Repräsentantenhaus bereits sicher ist, hängt die Mehrheit in der zweiten Kongress-Kammer - dem Senat - von den Wahlen im Bundesstaat Georgia ab. In dem Südstaat versuchen zwei Republikaner ihre Sitze zu verteidigen. Sollte das in mindestens einem Fall gelingen, behält die Partei des scheidenden Präsidenten Donald Trump die Mehrheit in der Kammer und könnte damit Gesetze der Demokraten blockieren. Erobern jedoch die Demokraten beide Sitze, kommt es zu einem Patt. Dann kann die designierte Vize-Präsidentin Kamala Harris die entscheidende Stimme abgeben. Die Demokraten würden dann in den kommenden zwei Jahren den gesamten Kongress kontrollieren.

* TUI - Die Aktionäre von TUI stimmen heute auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über ein Finanzpaket für den von der Corona-Krise hart getroffenen Reisekonzern ab. Zu dem im Dezember vereinbarten Rettungspaket von 1,8 Milliarden Euro sollen die Aktionäre mehr als 500 Millionen Euro über eine Kapitalerhöhung beisteuern. Das Gros der übrigen 1,3 Milliarden Euro schießt der Staat mit stillen Einlagen zu, die teilweise in Aktien getauscht werden können. Der russische Großaktionär Alexej Mordaschow darf seine Beteiligung von 24,9 auf bis zu 36 Prozent aufstocken. Die BaFin befreite ihn von einem Pflichtangebot an die übrigen TUI-Aktionäre, das normalerweise bei einem Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle fällig würde.

* COMMERZBANK - Der neue Bank-Chef Manfred Knof stimmt die Mitarbeiter auf weitere tiefe Einschnitte ein. "Das wird kein bequemer Weg sein, und ohne Zweifel wird die Transformation, die wir brauchen, auch mit noch mehr harten Entscheidungen und weiteren Restrukturierungsmaßnahmen verbunden sein", schrieb Knof in einem Brief an die Mitarbeiter. Die Einschnitte seien nötig. "Je schneller wir damit beginnen, desto besser!"

* HOCHTIEF hat gemeinsam mit Implenia den Zuschlag zum Bau des 2,2 Kilometer langen Lärmschutztunnels Altona auf der Autobahn A7 in Hamburg mit einem Gesamtvolumen von rund 580 Millionen Euro netto erhalten. Implenia wird das Vorhaben in einer Arbeitsgemeinschaft kaufmännisch leiten, Hochtief übernimmt die technische Federführung, wie der Baukonzern mitteilte. Das auf acht Jahre angelegte Projekt solle im April dieses Jahres starten.

* BAFIN - Die Finanzaufsicht hat aktuell mehr als 30 Finanzinstitute wegen Geldwäscherisiken in der Intensivbetreuung. Bei den Instituten handele es sich um "eine bunte Mischung aus vielen unterschiedlichen Bereichen", sagte der für Geldwäscheprävention zuständige BaFin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch der "Börsen-Zeitung".

* NYSE - Der US-Börsenbetreiber will entgegen einer früheren Ankündigung doch nicht drei große chinesische Telekom-Konzerne vom Handel ausschließen. Nach weiteren Beratungen mit den zuständigen Aufsichtsbehörden dürften China Mobile, China Telecom und China Unicom bleiben, teilte die NYSE mit.

* DIALOG SEMICONDUCTOR - Der Chip-Designer hat nach dem Brexit-Übergangszeitraum Deutschland als neuen EU-Hauptsitz gewählt. Die Dialog-Aktien seien zum Handel an der Börse Frankfurter zugelassen und hierbei handele es sich um die einzige Handelszulassung von Dialog-Ppieren innerhalb der EU, hieß es.

* DEUTSCHLAND/PROGNOSE - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) senkt wegen der Pandemie seine Wachstumsprognose für das neue Jahr von 5,2 Prozent auf 3,5 Prozent. "Nach einem schrumpfenden vierten Quartal erwarten wir einen wirtschaftlichen Einbruch von mehr als zwei Prozent jetzt im ersten Quartal 2021", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher dem "Handelsblatt". Ein wirtschaftlicher Neustart im zweiten Quartal werde nur gelingen, wenn die Infektionswelle bis Februar abebbe und die Einschränkungen dann zum größten Teil aufgehoben werden könnten.

* ENGLAND/VIRUS - Der britische Premierminister Boris Johnson verschärft für England angesichts rasch wachsender Infektionszahlen die Kontaktbeschränkungen. "Während ich heute Nacht zu Ihnen spreche, stehen unsere Krankenhäuser unter dem größten Covid-Druck seit Ausbruch der Pandemie", erklärte er am Montag in einer TV-Ansprache. Die neue, hochansteckende Mutation des Virus verbreite sich mit großer Schnelligkeit und rasches Handeln sei nötig.

rtr