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Die große Analyse: 100 Nebenwerte im Check - und unsere Favoriten

Die große Analyse: 100 Nebenwerte im Check - und unsere Favoriten

WKN: A2JGMN ISIN: CA3609291032 GAR Ltd (A)

29.11.2018 02:00:00

Das Deutsche Eigenkapitalforum steht vor der Tür, eine der wichtigsten Investoren- und Analystenkonferenzen. Noch bevor sich die Experten in Frankfurt die Klinke in die Hand geben, hat BÖRSE ONLINE die 100 größten Unternehmen unterhalb der deutschen Auswahlindizes genauestens analysiert und neu bewertet. Von Christian Ingerl



"Vorhang auf", heißt es in der deutschen Finanzmetropole regelmäßig im November. Dann präsentieren sich in Frankfurt zumeist börsennotierte Unternehmen auf dem Deutschen Eigenkapitalforum. Vor allem Mittelständler nutzen Europas größte Veranstaltung im Bereich der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung über den Kapitalmarkt. Denn hier haben sie die Möglichkeit, sich vor mehreren Tausend Teilnehmern im besten Licht zu präsentieren. Dieses Jahr findet die Veranstaltung vom 26. bis 28. November statt. Drei Tage lang können Investoren mehr als 230 Unternehmen in Augenschein nehmen.



Wie gewohnt wird BÖRSE ONLINE wieder für Sie vor Ort sein, um die Geschäftsentwicklungen der wichtigsten Unternehmen genauestens zu analysieren. Aber noch bevor wir unsere Bleistifte spitzen, haben wir die Top-100-Nebenwerte, von denen sich auch eine Vielzahl auf dem EK-Forum präsentieren wird, unterhalb der Indizes DAX, MDAX, TecDAX und SDAX mittels unserer Datenbank auf Herz und Nieren überprüft. In die Analyse flossen Bewertungskennziffern wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder die Dividendenrendite ebenso mit ein wie aktuelle Nachrichten und Kursentwicklungen.


Mit diesen Kriterien machten wir uns auf die Suche nach Kaufgelegenheiten in der dritten Börsenreihe. Denn eines steht fest: Nebenwerte sorgen oftmals für die Extraprise Rendite. Einerseits verfügen Small Caps häufig über versteckte Qualitäten, auf die der Markt noch nicht aufmerksam geworden ist. Diese spiegeln sich somit auch noch nicht in der Bewertung wider. Andererseits besetzen kleinere Firmen oft führende Positionen in Nischen, was sich wiederum in einer überdurchschnittlichen Profitabilität niederschlägt.

Weniger Kaufgelegenheiten



Unter anderem wegen der jüngsten Turbulenzen an den Börsen, die zahlreiche Stoppkurse auslösten, fällt das Gesamtergebnis bezüglich "Kaufkandidaten" dieses Jahr allerdings mager aus. Ging in den Nebenwerte-Checks der Jahre 2016 und 2017 bei jeweils nahezu zwei Dritteln der untersuchten 100 Nebenwerte der Daumen nach oben, sind es dieses Mal weniger als die Hälfte. Die Zahl der Verkaufsempfehlungen schnellte dagegen von zwei im vergangenen Jahr auf aktuell 14 empor (siehe Tabellen Seite 3).

Es war allerdings nicht nur die allgemeine Korrektur an den internationalen Kapitalmärkten, die so manchen Nebenwert in die Knie zwang. Auch zahlreiche Gewinnwarnungen sorgten für hohe Kursverluste. So büßte etwa die Aktie von H & R seit Jahresbeginn über die Hälfte ihres Börsenwertes ein. Das Chemieunternehmen kassierte zum Halbjahr wegen verschlechterter Marktbedingungen sowie höherer Rohstoffpreise die Ergebnisziele. Diesem negativen Beispiel folgten noch viele andere Unternehmen, etwa auch Drägerwerk. Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern ist zuletzt nicht nur in die roten Zahlen gerutscht. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Profitabilität im kommenden Jahr nicht wesentlich verbessern dürfte. Wir votieren bei diesem Titel daher weiter mit "Verkaufen".

Zweistellige Kursgewinne



Es sind aber auch jede Menge "Kursraketen" unter den Nebenwerten in diesem Jahr zu finden. Mit einem Plus von knapp 50 Prozent führt Eckert & Ziegler das Performance-Ranking an. Mit gutem Grund: Das Berliner Medizintechnikunternehmen hob im laufenden Geschäftsjahr seine Prognose bereits zweimal an (siehe auch Seite 7).

Ebenfalls stark zulegen konnte Biofrontera. Mit einem Plus von 36 Prozent steht der Titel hinter Eckert & Ziegler auf Platz 2. Das Gros der Wertentwicklung erzielte das Unternehmen in den ersten Monaten des Jahres, nachdem Biofrontera die Zulassung der Europäischen Kommission für Ameluz in Kombination mit der photodynamischen Tageslichttherapie erhalten hatte. Das Medikament dient zur Behandlung von hellem Hautkrebs und dessen Vorstufen. Die Chancen stehen gut, dass sich die nun seit Monaten andauernde Konsolidierung zum Ende des Jahres hin nach oben auflösen wird. Anfang Oktober hat Biofrontera bereits die Umsatzziele nach oben geschraubt, was dem Titel ein gutes Fundament für wieder steigende Kurse bietet. Zu weiteren Impulsen könnte es am 16. November kommen. Dann werden die Leverkusener ihren vollständigen Zwischenbericht für die ersten neun Monate veröffentlichen.

Biofrontera ist eines von fünf Unternehmen innerhalb der Top-100-Nebenwerte, für die im kommenden Jahr mit einem negativen Ergebnis gerechnet wird. Während Investoren bei Biotech-Schmieden mit roten Zahlen meist zurechtkommen und ihren Fokus eher auf das langfristige Potenzial entwickelter Medikamente legen, werden Verluste bei Börsenneulingen weniger gern gesehen. Dies bekamen die beiden Onlinemöbelhändler Home 24 und Westwing deutlich zu spüren. Die zwei Konkurrenten wagten dieses Jahr den Sprung aufs Parkett, wo sie relativ unsanft landeten. Bei Westwing beläuft sich der Verlust seit dem IPO auf 13 Prozent, die Aktie der Berliner Home 24 stürzte sogar um 40 Prozent ab. Unsere "Nicht zeichnen"-Empfehlung in Ausgabe 21/2018 hat sich damit als richtig erwiesen.



Auf Seite 2: Wichtige Faktoren: KGV und Dividende



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