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ANALYSE

Die große Dax-Chartanalyse: Desaströser Juni, vage Hoffnung

Die große Dax-Chartanalyse: Desaströser Juni, vage Hoffnung
01.07.2022 10:05:52

Die DAX-Bullen befinden sich klar in der Defensive, haben den Kampf um wichtige Unterstützungen aber noch nicht aufgegeben. Ergänzend zur bereits gut im Plus liegenden Short-Position wird mit einer bis August laufenden darauf gesetzt, dass der Index nicht völlig wegbricht. Von Stefan Mayriedl



Mit minus 11,2 Prozent hat der DAX den schlechtesten Juni seiner Historie erlebt und zudem die mieseste Monatsperformance seit März 2020 (Corona-Crash). Nach dem gestrigen 19-Monats-Tief auf Schlusskursbasis sollte sich der Index schnell stabilisieren, um weitere klare Verkaufssignale (dann zunächst gen 11.450er-Zone) zu vermeiden.

Die entscheidende Unterstützungszone ist zwischen etwa 12.270 und 12.440 Zähler auszumachen. Auf dem Niveau befinden sich bedeutende Fibonacci-Retracements der 2020/21er-Aufwärtswelle und darüber hinaus das 19-Monats-Tief auf Intraday-Basis vom März. Der gestrige Handelstag brachte aber gleichwohl auch einen Hoffnungsschimmer mit sich: im Kerzenchart ergab sich durch die Erholung zum Handelsende hin ein sogenannter Dragonfly-Doji. Das könnte bedeuten, dass der kurzfristige Ausverkauf beendet ist. Entspannen würde sich die Lage mit einer raschen Rückeroberung der 13.000er-Marke. Die Widerstände, ehe überhaupt der Abwärtstrend bei derzeit gut 14.400 Zähler ins Spiel käme, sind allerdings robust und zahlreich.


Ergänzend zu dem am Mittwoch vorgestellten und bereits bei plus sieben Prozent notierenden DAX-Capped-Put VX9HX6 wird nun wie angekündigt ein natürlich sehr spekulativer Inline-Optionsschein vorgestellt. Bei diesem liegt die untere Schwelle näher als die obere, was wohlgemerkt gegen den Trend gerichtet ist, aber dennoch zu begründen. Zunächst, da mit dem Capped-Put eine Gegenposition vorhanden ist; dann wegen des oben genannten kurzfristigen Entspannungssignal; last but not least wegen des auf Monatsbasis so stark wie seit Dezember 2018 nicht mehr überverkauften Marktzustand (gemäß Double-Smoothed-Stochastics-Oszillator).

Der ausgewählte Schein kommt in gut anderthalb Monaten auf eine Gewinnmöglichkeit von 39 Prozent. Während die obere 15.600er-Schwelle keine Rolle spielen dürfte konzentriert sich aller auf die untere bei 11.400 Punkten angesiedelte. Werden die oben genannten Unterstützungen mit Kursen unter 12.270 Zähler durchbrochen, bauen wir noch auf die runde 12.000er-Marke und zudem eine auffällige Zone um 11.850 Zähler. Ein fixer Stopp wird noch nicht platziert, die Position an dieser Stelle aber natürlich laufende beobachtet.

Name DAX-Inliner
WKN SN0U50
Aktueller Kurs 7,00 € / 7,20 €
Schwellen 11.400 Pkt. / 15.600 Pkt.
Laufzeit 17.08.22
Stoppkurs -


Empfehlungen auf Basis charttechnischer Signale. In Einzelfällen sind Abweichungen zur fundamentalen Einschätzung möglich.

Stefan Mayriedl schreibt seit 1997 über die Finanzmärkte und gehört zum festen Autorenstamm von BÖRSE ONLINE. Der diplomierte Volkswirt hat sich auf Charttechnik und Derivate spezialisiert. Seit 2010 ist er zudem Chefredakteur des Börsenbriefs smartanlegen.

www.smartanlegen.de


Bildquelle: BÖRSE ONLINE

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