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Dividenden: So kassieren Anleger richtig ab

Dividenden: So kassieren Anleger richtig ab

WKN: 710000 ISIN: DE0007100000 Daimler AG

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23.04.2019 - 13:55
12.04.2019 03:05:00

Dividenden: In Deutschland und weltweit schütten die Unternehmen so viel Gewinn aus wie noch nie. Welche Investmentfonds und Aktien spitze sind, wo Anleger unbedingt zugreifen sollten. Von Christoph Platt und Andreas Hohenadl, Euro am Sonntag

Auf den ersten Blick war 2018 für Anleger ein Jahr zum Vergessen. Die Aktienkurse an den wichtigsten Börsen weltweit fielen deutlich. Doch wer anstelle der Kurse auf eine andere Kennzahl schaut, bekommt schnell wieder gute Laune: Die Dividenden erreichten im vergangenen Jahr einen Rekordstand. Auf 1,37 Billionen US-Dollar erhöhten sich die Ausschüttungen weltweit.

Auch im laufenden Jahr haben die Aktionäre Grund zur Freude. Wahrscheinlich wird der Rekord erneut geknackt. Die Fondsgesellschaft Janus Henderson erwartet 2019 einen Anstieg der globalen Dividenden um 3,3 Prozent auf 1,41 Billionen Dollar.

Wer etwas von dem Kuchen abhaben will, muss nicht zwangsläufig in die Ferne schweifen. Deutsche Unternehmen spielen erfolgreich mit in der Liga der fleißigsten Dividendenzahler. Das meiste Kapital schütteten 2018 Daimler, Allianz und Siemens aus. Auf ihre Aktionäre ergoss sich ein Geldregen von insgesamt mehr als elf Milliarden Euro. Für das laufende Jahr wird auch in Deutschland mit einem neuen Dividendenrekord gerechnet.

Auf den folgenden Seiten stellt €uro am Sonntag Aktien und Fonds vor, bei denen Dividendenfans voll auf ihre Kosten kommen. In Deutschland glänzen etwa Munich Re, Siemens und Deutsche Post mit hohen Ausschüttungen und guten Aussichten. Auch im Ausland finden sich mit Konecranes, Novartis und Royal Dutch Shell attraktive Dividendenzahler (siehe Investor-Infos unten).

Wer breiter in dividendenstarke Titel investieren will, kann auf Fonds zurückgreifen, die auf die Ausschüttungs­könige setzen. Rund 150 derartige Produkte sind in Deutschland verfügbar. Fast drei Viertel werden aktiv gemanagt, dazu kommen etwa 40 ETFs.

€uro am Sonntag hat sich die beliebte Fondsgattung angesehen und die besten Produkte für europäische und globale Aktien herausgefiltert. Entscheidende Kriterien für die Auswertung waren die mittel- und langfristige Rendite, die Volatilität und die jährlichen Gebühren. Ganz vorn in den Ranglisten konnten sich Fonds nur dann platzieren, wenn sie in mehreren Bereichen Top-Werte lieferten.

Die analysierten Produkte eint, dass sie Konzerne mit überdurchschnittlichen Ausschüttungen suchen. Doch im Detail unterscheiden sie sich. "Bei Dividendenfonds gibt es zwei wesentliche Kriterien, nach denen sie sich voneinander abgrenzen lassen", weiß Stephan Schrödl, Analyst der FondsConsult Research AG. "Einige Manager schauen vor allem auf die Dividendenrendite, für andere ist das Dividendenwachstum wichtiger." Die Dividendenrendite ergibt sich, indem die Ausschüttung pro Aktie durch den Kurs geteilt wird. Als Dividendenwachstum wird dagegen der Zuwachs der Ausschüttungen im Vergleich zum Vorjahr bezeichnet.

Stabilität versus Dynamik


"Fonds, die vor allem auf die Dividendenrendite schauen, haben im Normalfall klassische Dividendensektoren hoch gewichtet", sagt Schrödl. Dazu zählen vor allem Versorger, Telekommunikationsunternehmen und Energiekonzerne. Firmen aus diesen Branchen zahlen üblicherweise hohe Dividenden, doch ein dynamisches Wachstum fehlt.

"Fondsmanager, die das Dividendenwachstum in den Mittelpunkt stellen, sind oft in zyklischen Branchen unterwegs", erklärt der Analyst. Hier finden sie Unternehmen, deren Ausschüttungen um 20 bis 30 Prozent oder mehr zulegen. Diese Fonds sind damit wesentlich offensiver aufgestellt.

Gerade die konservativeren Dividendenfonds achten zusätzlich auf die Stabilität der Konzerne, in die sie investieren - in der jüngeren Vergangenheit eine besonders gute Idee. "Das Thema Qualität wurde in den vergangenen Jahren an den Aktienmärkten sehr hoch ­gehängt", erklärt Schrödl. Beständige Konzerne mit stabilen Ausschüttungen waren gefragt, Fonds mit diesem Fokus profitierten.

Wegen ihrer Beständigkeit sind Dividendenfonds bei vielen Anlegern beliebt. Extrem dynamische Titel finden sich in ihren Portfolios allerdings selten. In Zeiten boomender Aktienmärkte bleiben sie daher meist hinter dem breiten Markt zurück. Im Gegenzug federn sie Kursrückgänge für gewöhnlich ab. Wer einen breit aufgestellten defensiven Baustein für sein Depot sucht, ist mit starken Dividendenfonds gut beraten.

Ob sich eine Dividendenstrategie auch mit ETFs verfolgen lässt, ist umstritten. Skeptiker wenden ein, dass sich viele Indexfonds nur an der Dividendenrendite orientieren, die keine Aussage zur Stabilität eines Unternehmens trifft. Befürworter schätzen die niedrigen Kosten, mit denen ETFs Dividendenstrategien zugänglich machen.

Fakt ist, dass viele ETFs zusätzliche Kriterien heranziehen, um sicherzustellen, dass keine miesen Unternehmen ins Portfolio rutschen. Zusätzlich zur Dividendenrendite werden etwa die Verschuldung, die Verlässlichkeit der Ausschüttungen oder die jüngste Kursentwicklung herangezogen.

Anleger müssen sich dennoch bewusst sein, dass bestimmte Sektoren in Dividenden-ETFs ungewöhnlich hoch gewichtet sein können. Das kann ein Segen sein oder fatal - je nachdem, wie sich der Teilmarkt entwickelt. Grundsätzlich können Anleger aber auch via ETF einen vernünftigen Zugang zum Thema Dividenden erhalten.

Die Auswertung:


Universum Rund 150 Fonds sind verfügbar, die explizit Aktien mit hohen Divi­denden kaufen. Analysiert wurden alle ­Portfolios, die entweder in Europa oder ­weltweit aktiv sind. Aussortiert wurden Fonds, die weniger als fünf Jahre auf dem Markt sind, um nur Produkte mit einer aussagekräftigen Historie zu bewerten.

Bewertungsmaßstab Um das Ranking zu erstellen, wurden die Rendite auf fünf Jahre, die Rendite auf ein Jahr, die Vola­tilität auf fünf Jahre und die jährlichen Gebühren betrachtet. Die Auswertung erfolgte getrennt für aktiv gemanagte und passive Fonds.

Rangliste Die Rangfolge der Fonds ergibt sich aus ihrer durchschnittlichen Platzierung. Da die langfristige Wertentwicklung für viele Anleger besonders wichtig ist, wurde diese Kategorie doppelt gewichtet.

Auf Seite 2: Europäische Dividendenfonds

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Bildquelle: iStockphoto, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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