dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 02.07.2020 - 17.00 Uhr

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 02.07.2020 - 17.00 Uhr
02.07.2020 17:04:38

ROUNDUP 2: Arbeitslosigkeit in USA geht trotz Corona-Krise deutlich zurück

WASHINGTON - Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen in den USA ist die Arbeitslosenquote im Juni den zweiten Monat in Folge deutlich gesunken. Sie fiel von 13,3 Prozent im Mai auf 11,1 Prozent im Juni, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 4,8 Millionen an - fast die Hälfte dieser neuen Jobs gingen auf das Gastgewerbe zurück, wie es weiter hieß. Analysten hatten mit einem etwas geringeren Rückgang der Arbeitslosigkeit gerechnet. Im April hatte die Arbeitslosenquote noch bei 14,7 Prozent gelegen.

ROUNDUP 2: Bundestag beschließt Rekordschulden von fast 218 Milliarden Euro

BERLIN - Mehrwertsteuersenkung, Familienbonus, Hilfen für Kommunen: Der Bund darf neue Milliarden-Kredite aufnehmen, um das Konjunkturpaket in der Corona-Krise zu finanzieren. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag den zweiten Nachtragshaushalt für 2020. Damit steigt die für das laufende Jahr geplante Neuverschuldung auf 217,8 Milliarden Euro. Das ist fast fünfmal so viel wie im bisherigen Rekordschuldenjahr 2010 in der Finanzkrise. Mit dem zusätzlichen Geld sollen vor allem Maßnahmen finanziert werden, die Konsum und Wirtschaft in den kommenden Monaten wieder ankurbeln sollen.

ROUNDUP: USA erstmals mit mehr als 50 000 Neuinfektionen - Gegenwind für Trump

WASHINGTON - In den USA schnellen die Corona-Zahlen mit einem Rekordwert von mehr als 50 000 Neuinfektionen an einem Tag in die Höhe. Während US-Präsident Donald Trump weiter an das Verschwinden des Virus glaubt, nahmen am Mittwoch mehrere Bundesstaaten kurz vor dem Nationalfeiertag am 4. Juli Lockerungen des Alltagslebens zurück. Demokraten werfen der Regierung Unfähigkeit vor. Auch aus Trumps engerem Kreis kommen kritische Signale.

ROUNDUP: Hongkong: China droht Großbritannien - Australien erwägt Sondervisa

PEKING/LONDON/HONGKONG - China hat Großbritannien im Streit um Hongkong mit Gegenmaßnahmen gedroht. Die Regierung in Peking wies das Einbürgerungsangebot des britischen Premierministers Boris Johnson an bis zu drei Millionen ehemalige britischen Untertanen in der früheren Kronkolonie scharf zurück. Chinas Außenamtssprecher Zhao Lijian bekräftigte am Donnerstag vor der Presse in Peking die chinesische Position, dass diese kein Aufenthaltsrecht in Großbritannien haben dürften. Alle Hongkonger seien chinesische Staatsbürger.

ROUNDUP 2: Neue Ära für Putin - Verfassungsänderung tritt in Kraft

MOSKAU - Der russische Präsident Wladimir Putin kann nach der Annahme der neuen Verfassung die Atom- und Rohstoffmacht mit mehr Machtbefugnissen noch auf Jahre weiter führen. Bei einem Referendum erzielte das neue Grundgesetz, mit dem der 67-Jährige bis 2036 regieren könnte, nach Angaben der Wahlleitung in Moskau haushohe Zustimmung. Nach Auszählung fast aller Wahlzettel gab es rund 78 Prozent "Ja"- und etwa 21 Prozent "Nein"-Stimmen, wie die Wahlkommission am Donnerstagmorgen mitteilte. Die Wahlbeteiligung wurde mit 65 Prozent angegeben. Die Leiterin der Wahlkommission, Ella Pamfilowa, sagte, dass es keine Verstöße gegeben habe, die das Ergebnis beeinflussen könnten.

Regierung plant höheren Grundfreibetrag und mehr Kindergeld ab Januar

BERLIN - Wie im Koalitionsvertrag festgelegt, sollen Steuerzahler und Familien ab Januar weiter entlastet werden. Unter anderem soll das Kindergeld um 15 Euro steigen, geht aus einem Gesetzentwurf hervor, über den am Donnerstag "Handelsblatt" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichteten. Auch die Kinderfreibeträge bei der Einkommensteuer werden entsprechend aufgestockt.

USA: Industrieaufträge erholen sich von Rekordeinbruch

WASHINGTON - Die Aufträge an US-Industrieunternehmen haben sich im Mai spürbar von ihrem Rekordeinbruch in der Corona-Krise erholt. Wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte, erhielten die Unternehmen 8,0 Prozent mehr Aufträge als im Vormonat. Analysten hatten im Schnitt jedoch einen etwas stärkeren Zuwachs erwartet. Der Anstieg folgt auf einen historischen Absturz im April um 13,5 Prozent. Ohne die meist schwankungsanfälligen und großvolumigen Transportgüter erhöhten sich die Auftragseingänge im Mai um lediglich 2,6 Prozent.

ROUNDUP: Rückschlag für EU-Handelsgespräche mit Großbritannien

BRÜSSEL - Rückschlag auf dem Weg zu einem Handelspakt der EU mit Großbritannien: Beide Seiten beendeten ihre eigentlich bis Freitag geplante Verhandlungsrunde vorzeitig und ohne greifbare Ergebnisse - obwohl nun eigentlich neuer Schwung in die Gespräche kommen sollte. Immerhin soll nächste Woche in London weiter geredet werden - und beide Seiten halten ein Abkommen immer noch für möglich.

ROUNDUP 2: Bundestag beschließt Grundrente - 1,3 Millionen Menschen profitieren

BERLIN - Rund 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Renten können vom kommenden Jahr an mit einem Zuschlag rechnen - darunter 70 Prozent Frauen. Allerdings werden wohl viele dieser Zuschläge erst rückwirkend ausgezahlt werden können, weil bei der Rentenversicherung ein hoher Verwaltungsaufwand erwartet wird. Der Bundestag beschloss am Donnerstag das Gesetz. Damit kann rechtzeitig vor der Sommerpause an diesem Freitag auch noch der Bundesrat darüber entscheiden. Es wird eine Zustimmung erwartet.

Mersch: EZB setzt weiter auf Bundesbank bei Anleihenkäufen

FRANKFURT - Die Deutsche Bundesbank wird sich nach EZB-Einschätzung trotz des einschränkenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts auch künftig an Anleihekäufen beteiligen. "Ich sehe kein Hindernis für die Bundesbank, ihre Käufe im Rahmen des PSPP nach dem 5. August fortzusetzen", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch laut einem von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichten Redetext am Donnerstag. "Und ich vertraue darauf, dass meine deutschen Kollegen den Geist der europäischen Zusammenarbeit teilen und ihre pro-europäische und konstruktive Erfolgsbilanz fortsetzen werden."

USA: Defizit in Handelsbilanz steigt weiter

WASHINGTON - Das Defizit in der Handelsbilanz der USA hat sich im Mai angesichts der Corona-Krise erneut ausgeweitet. Wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington bekanntgab, erhöhte sich der Überschuss der Einfuhren gegenüber den Ausfuhren zum Vormonat um 4,8 Milliarden auf 54,6 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit einem Defizit von 53,2 Milliarden Dollar gerechnet.

1,43 Millionen neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in USA

WASHINGTON - Die Corona-Pandemie setzt dem US-Arbeitsmarkt weiter zu. In der vergangenen Woche stellten 1,43 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen Zuwachs um 1,35 Millionen erwartet.

ROUNDUP: Das schwierige Corona-Ausbildungsjahr - DIHK erwartet Delle

BERLIN - Firmen kämpfen um ihre Existenz, Bewerbungsgespräche können nicht stattfinden, Ausbildungsmessen fallen flach: Die Folgen der Corona-Krise belasten in diesem Jahr den Ausbildungsmarkt in Deutschland. Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) werden Betriebe in diesem Jahr voraussichtlich weniger ausbilden. Das Lehrstellenangebot liege im Branchendurchschnitt um gut sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie der DIHK am Donnerstag unter Bezug auf eine Umfrage unter rund 15 000 Firmen mitteilte. Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sprach von einer Delle auf dem Ausbildungsmarkt.

Eurozone: Entwicklung der Erzeugerpreise uneinheitlich

LUXEMBURG - In der Eurozone haben sich die Erzeugerpreise im Mai uneinheitlich entwickelt. Während sie im Jahresvergleich stärker fielen, gingen sie im Monatsvergleich weniger stark zurück. Wie aus Daten des Statistikamts Eurostat vom Donnerstag hervorgeht, sind dafür vor allem die Energiepreise verantwortlich.

Eurozone: Arbeitslosigkeit steigt trotz Corona weiterhin nur leicht

LUXEMBURG - In der Eurozone bleibt der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Corona-Krise weiterhin überraschend schwach. Im Mai sei die Arbeitslosenquote im gemeinsamen Währungsraum auf 7,4 Prozent gestiegen, nach 7,3 Prozent im Monat zuvor, teilte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlich stärkeren Anstieg auf 7,7 Prozent gerechnet.

EZB-Ratsmitglied Rehn sieht Deflationsgefahr in der Eurozone

DÜSSELDORF - Das finnische Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Olli Rehn, hat wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vor sinkenden Preisen in der Eurozone gewarnt. "Die Gefahr einer Deflation ist wieder aufgetreten", sagte Rehn in einem Interview mit dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Man habe es mit einer Angebots- und einer Nachfragekrise zu tun. Vor allem aber fehle im gemeinsamen Währungsraum die Nachfrage, was tendenziell die Preise drücke, sagte der Präsident der finnischen Notenbank weiter.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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