dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 31.03.2020 - 17.15 Uhr

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 31.03.2020 - 17.15 Uhr
31.03.2020 17:19:41

VIRUS: Scholz und Söder gegen Corona-Bonds - offen für europäische Hilfen

MÜNCHEN - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und CSU-Chef Markus Söder lehnen die etwa von italienischen Politikern geforderten Corona-Bonds für eine gemeinsame Schuldenaufnahme in Europa ab. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir jetzt schauen müssen, ob im Haushalt der Europäischen Union Mittel mobilisiert werden können, die insbesondere in den Ländern helfen, die große Finanzbedarfe zur Gesundheitsversorgung ihrer Bürger haben oder zur Stabilisierung ihrer Wirtschaft", sagte Scholz am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Söder in München.

USA: Hauspreise steigen im Januar weniger als erwartet - Case-Shiller-Index

NEW YORK - Auf dem US-Immobilienmarkt hat sich der Preisauftrieb im Januar etwas abgeschwächt. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Hauspreise um 0,3 Prozent, wie aus dem am Dienstag in New York veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index hervorgeht. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent gerechnet. Im Dezember waren die Hauspreise noch um 0,4 Prozent gestiegen.

VIRUS/USA: Verbraucherstimmung trübt sich stark ein

WASHINGTON - Die Stimmung der US-Verbraucher ist im März deutlich durch das Übergreifen der Virus-Krise auf die USA belastet worden. Wie das Marktforschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte, fiel der von ihm erhobene Indikator zum Vormonat um 12,6 Punkte auf 120,0 Zähler. Niedriger lag der Indikator zuletzt im Juni 2017. Analysten hatten mit einem noch stärkeren Rückgang auf im Mittel 110,0 Punkte gerechnet.

ROUNDUP: Corona-Krise wirft eine gewaltige Last auf den deutschen Arbeitsmarkt

BERLIN/NÜRNBERG - Die Corona-Krise schlägt mit Gewalt auf dem deutschen Arbeitsmarkt ein: Die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit ist auf ein nie da gewesenen Niveau empor geschnellt. Trotzdem geht die Bundesagentur für Arbeit von einem Zuwachs von bis zu 200 000 Arbeitslosen im April aus. In den nur etwas mehr als zwei Wochen seit Beginn des wirtschaftlichen Stillstandes hätten 470 000 Betriebe Kurzarbeit angemeldet, teilten Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, am Dienstag in Berlin mit.

USA: Chicago-Einkaufsmanagerindex trübt sich im März nur leicht ein

CHICAGO - In der US-Region Chicago hat sich die Unternehmensstimmung im März trotz beginnender Corona-Krise vergleichsweise robust gezeigt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex fiel zum Vormonat um 1,2 Punkte auf 47,8 Punkte, wie die regionale Einkaufsmanagervereinigung am Diensttag in Chicago mitteilte. Volkswirte hatten hingegen mit einem Einbruch auf 40 Punkte gerechnet.

VIRUS/ROUNDUP: Moskau beschließt im Eiltempo schärfere Gesetze

MOSKAU - Russland hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie härtere Strafen gegen Verstöße bei Quarantäne-Vorschriften sowie gegen die Verbreitung von Falschnachrichten beschlossen. Das russische Parlament - die Staatsduma - und der Föderationsrat stimmten am Dienstag im Eiltempo einem ganzen Paket für ein härteres Vorgehen der Politik zu. So erhielt die Regierung von Michail Mischustin auch Vollmachten für eine Verhängung des Ausnahmezustands. Schon jetzt gibt es in vielen Regionen Russlands, darunter auch in der Hauptstadt Moskau, massive Ausgangsbeschränkungen.

VIRUS: US-Notenbank öffnet weiteren Kanal für Dollar-Versorgung

WASHINGTON - Die amerikanische Notenbank Fed ergreift zusätzliche Schritte, um in der Virus-Krise die Versorgung der Finanzmärkte mit der Reservewährung US-Dollar sicherzustellen. Wie die Federal Reserve am Dienstag in Washington mitteilte, setzt sie dazu übergangsweise ein neues Instrument ein. Darüber können große Notenbanken und andere internationale Finanzorganisationen Dollar abrufen, indem sie der Fed zeitweise US-Staatsanleihen überlassen.

VIRUS: Italiens Wirtschaft rechnet wegen Corona mit Einbruch um 6 Prozent

ROM - Die Wirtschaft in dem besonders hart von der Corona-Pandemie getroffenen Italien könnte in diesem Jahr nach Schätzung des größten Arbeitgeberverbandes Confindustria um 6 Prozent einbrechen. Niemals zuvor in der Geschichte des Landes habe man sich einer Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftskrise diesen Ausmaßes gegenüber gesehen, teilte Confindustria am Dienstag mit. Der Verband forderte Italiens Regierung und die EU auf, Instrumente wie etwa Eurobonds aufzulegen, um die Folgen für die Wirtschaft abzufedern.

Söder: 60 Milliarden Euro für 'Bayern-Schirm' endgültig beschlossen

MÜNCHEN - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine enge Verzahnung der Corona-Hilfsprogramme von Freistaat und Bund für die Wirtschaft zugesichert. Als zentralen bayerischen Baustein nannte er nach einer Kabinettssitzung am Dienstag den nun endgültig beschlossenen "Bayern-Schirm" in Höhe von 60 Milliarden Euro. 20 Milliarden Euro umfassten ein "Beteiligungspaket", 40 Milliarden Euro seien für ein Paket aus Bürgschaften und Krediten vorgesehen. Damit und mit Steuerstundungen und Soforthilfen glaube man, das richtige Instrumentarium entwickelt zu haben, um auf die Krise zu reagieren.

Bundesbank: Deutschlands Staatsschulden 2019 weiter gesunken

FRANKFURT - Deutschlands Schuldenberg ist im vergangenen Jahr dank sprudelnder Steuereinnahmen und anhaltend niedriger Zinsen wieder ein Stück kleiner geworden. 2019 verringerte sich die Staatsschuld nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank um 16 Milliarden Euro auf 2,053 Billionen Euro.

Spanische Wirtschaft wächst Ende 2019 etwas weniger als gedacht

MADRID - Die spanische Wirtschaft ist am Jahresende 2019 etwas schwächer gewachsen als bisher bekannt. Nach Angaben des Statistikamts INE vom Dienstag lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 0,4 Prozent höher als im dritten Quartal. Bisher hatte INE eine Rate von 0,5 Prozent angegeben. Im Vergleich zum Jahresende 2018 ergibt sich eine Wachstumsrate von 1,8 Prozent. Diese Angabe wurde bestätigt.

Frankreich: Inflation schwächt sich unerwartet stark ab

PARIS - In Frankreich hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise im März unerwartet stark abgeschwächt. Die nach europäischen Regeln berechnete jährliche Inflationsrate (HVPI) fiel von 1,6 Prozent im Vormonat auf 0,7 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Dienstag in Paris laut einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang gerechnet, waren aber im Mittel von einer etwas höheren Inflationsrate von 1,0 Prozent ausgegangen.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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