Einheitsstecker und Streit über Centmünzen werden wohl vertagt

Einheitsstecker und Streit über Centmünzen werden wohl vertagt
16.04.2020 15:55:41

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der Streit über die mögliche Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen wird wahrscheinlich vertagt. Ein Entwurf zur Änderung des Arbeitsprogramms der EU-Kommission nennt das Vorhaben als eines der Projekte, die wegen der Corona-Krise auf 2021 verschoben werden könnten. Dasselbe gilt für den Plan, einheitliche Ladegeräte für Handys, Smartphones und ähnliche Geräte durchzusetzen.

Die EU-Kommission überarbeitet ihr Gesetzgebungsprogramm derzeit, weil der Kampf gegen die Corona-Krise Vorrang hat und den Apparat der Brüsseler Behörde auslastet. Ende April soll die neue Fassung offiziell präsentiert werden. Im Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sind einige Projekte gelb markiert, die zwar für wichtig erachtet werden, aber aus Sicht der Kommission einige Wochen oder Monate Aufschub aushalten. Noch weniger dringliche Vorhaben sind rot gekennzeichnet.

Das gilt für die Einführung "gemeinsamer Rundungsregeln", denen letztlich die Ein- und Zwei-Cent-Münzen zum Opfer fallen könnten. Dabei geht es um das Auf- und Abrunden krummer Beträge im Einzelhandel wie zum Beispiel 1,98 Euro für ein Stück Butter. Die Rundung würde darauf hinaus laufen, dass man kein Wechselgeld zurückbekäme, wenn man in dem Fall zwei Euro auf den Tresen legt.

Die Pläne der Kommission hatten eine heftige Debatte ausgelöst, weil Kritiker den ersten Schritt zur Abschaffung des Bargelds witterten. Nun heißt es im Entwurf des neuen Arbeitsprogramms, hier bestehe "keine Dringlichkeit".

Umstritten waren bei Herstellern auch Pläne zur Vereinheitlichung von Ladegeräten. Das soll Verbrauchern helfen, Elektroschrott zu vermeiden. Nun heißt es im Entwurf des Arbeitsprogramms, das Vorhaben sei für die Kommission nicht essenziell und habe nichts mit der Corona-Krise zu tun./vsr/DP/fba

Nachrichten

  • Nachrichten zu Aktien
  • Alle Nachrichten
pagehit