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Einzelhandel: Börsenstar Amazon killt die Konkurrenz

Einzelhandel: Börsenstar Amazon killt die Konkurrenz

WKN: 906866 ISIN: US0231351067 Amazon

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15.01.2021 - 19:46
18.09.2016 10:30:00

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Lebensmittel aus dem Netz



Doch damit nicht genug der Veränderungen: Viel Bewegung ist auch in Segmenten zu beobachten, die sich bisher noch als relativ immun gegenüber dem Aufstieg des Onlinehandels zeigten. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg verweisen auf wachsende Onlineanteile in Deutschland bei Warengruppen, die bislang kaum im Internet bestellt wurden, wie Uhren und Schmuck, Baumarktprodukte, Möbel und Einrichtungsgegenstände sowie Freizeitartikel. Selbst Lebensmittel dürften zunehmend über das Internet verkauft werden. Deutlich mache dies das Beispiel Schweiz, wo 2014 Lebensmittel bereits für 13 Prozent des Onlinehandels standen - in Deutschland war es lediglich ein Prozent. Fazit: Wer Onlinetrends verschläft, ist schnell weg vom Fenster.

Aus Anlegersicht stellt sich angesichts dieser vielschichtigen und dynamischen Trends die Frage, was das für die Investmentstrategie bedeutet. Einen wichtigen Fingerzeig dazu gibt der Death-by-Amazon-Index: Einiges spricht dafür, dass es traditionellen Einzelhandelsaktien in den nächsten Jahren schwerfallen dürfte, den Gesamtmarkt zu schlagen. Deshalb bietet sich hier eine Untergewichtung an.

Einzelne positive Überraschungen sind trotzdem nicht ausgeschlossen. Gut schlagen sich im aktuellen Umfeld etwa in den USA Anbieter wie TJX Companies oder Ross Stores. Beide verkaufen Markenprodukte zu vergünstigten Preisen. Immer eine Außenseiterchance haben auch Unternehmen, die sich erfolgreich restrukturieren. Wie in Ausgabe 35/16 beschrieben, traut BÖRSE ONLINE ein derartiges Comeback J. C. Penney (WKN: 851 991) zu.

Wer interessante Titel im Einzelhandel sucht, sollte aber Aktien von Unternehmen bevorzugen, die im Onlinebereich stark sind. So schneidet nicht nur Amazon besser ab als der Death-by-Amazon-Index, auch der deutsche Online-Versandhändler Zalando entwickelt sich seit dem Börsengang besser als der Stoxx Europe Retail 600 Index. In Sachen Performance tanzt Alibaba derzeit noch etwas aus der Reihe. Der chinesische E-Commerce-Gigant hat seit dem Börsengang im September 2014 noch nicht mit einer auffällig guten Wertentwicklung gepunktet. Doch wie der nach guten Quartalszahlen jüngst angesprungene Aktienkurs signalisiert, könnte sich das ändern. Zumindest dann, wenn die Strategie aufgeht. Denn auch hier hilft eine Plattformstrategie dabei, neben dem Onlineshopping-Bereich auch noch andere lukrative Segmente wie Cloud-Service, Bezahldienste oder Videostreaming aufzubauen.

Bei aller aktuellen Zuversicht für die genannten Vertreter aus dem Onlinesegment gibt es aber keine Erfolgsgarantie. Möglicherweise gilt diese Warnung sogar noch mehr als sonst ohnehin üblich an der Börse. Warum das so ist, macht LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert deutlich: "Durch das digitale Angebot und die digitale Wertschöpfungskette können neue Konkurrenten leichter als früher entstehen." Das gilt nicht nur für traditionelle Anbieter, sondern auch für Onlineaufsteiger und schließt selbst Amazon nicht aus. Anleger müssen daher die Nachrichten aus diesem Sektor im Blick haben und darauf achten, ob die Charts durch eine Trendwende nach unten einen Stimmungswechsel ankündigen.

Eine weitere Überlegung bringt uns übrigens zum Death-by-Amazon-Index zurück: Der Gedanke liegt nahe, dass sich dessen Performance künftig in anderen Bereichen wiederholen könnte. Als artverwandte Indexkonzepte sind etwa "Death by Uber" für Autovermietungen und Taxibetriebe oder "Death by AirBnB" für das Hotel- und Übernachtungsgewerbe durchaus denkbar.





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