EZB: Aufruf zu Geschlossenheit nach geldpolitischem Streit

EZB: Aufruf zu Geschlossenheit nach geldpolitischem Streit
21.11.2019 15:17:41

FRANKFURT (dpa-AFX) - In der Europäischen Zentralbank (EZB) soll es wieder mehr Einigkeit geben. Dies geht aus einem Aufruf hervor, der im Protokoll zur jüngsten Zinssitzung der Zentralbank zu finden ist. "Mit Blick auf die Zukunft wurde eine starke Forderung nach Einigkeit des EZB-Rates laut", heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Zusammenfassung der Zinssitzung vom 23. und 24. Oktober. Es war die letzte Sitzung des langjährigen EZB-Präsidenten Mario Draghi.

"Während betont wurde, dass offene und ehrliche Diskussionen im EZB-Rat absolut notwendig und legitim sind, wurde es als wichtig erachtet, einen Konsens zu bilden und sich hinter das Inflationsziel des EZB-Rates zu stellen." Diese Bemerkungen werfen ein Licht auf den geldpolitischen Streit, den es im Rat der Notenbank über das jüngste Lockerungspaket gegeben hatte.

Mitte September hatte die EZB ihre bereits sehr großzügige Geldpolitik weiter gelockert. Auf Skepsis war im Rat vor allem die Wiederaufnahme der milliardenschweren Anleihekäufe gestoßen. Trotz erheblichen Widerspruchs wurde das Gesamtpaket von EZB-Präsident Draghi durchgeboxt. Dieses Vorgehen hatte auch im Nachgang Kritik auf sich gezogen, zumal Vertreter großer Euroländer wie Deutschland und Frankreich Bedenken anmeldeten.

Von der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde erhofft man sich, dass sie einen anderen Stil im geldpolitischen Rat einführt. Aus ihrer vorherigen Position als Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist bekannt, dass Lagarde auch vermittelnd und moderierend auftreten kann. An diesem Freitag will Lagarde ihre erste geldpolitische Rede als EZB-Präsidentin halten. Am 12. Dezember wird sie ihre erste Zinssitzung in Frankfurt leiten./bgf/jkr/fba

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