Die Lakestar-Initiatoren einigten sich mit HomeToGo-Mitgründer Patrick Andrä und dessen Investoren auf die Konditionen für die Verschmelzung auf das SPAC ("Special Purpose Acquisition Company"), wie Lakestar SPAC und HomeToGo am Mittwoch mitteilten. HomeToGo soll nach einer Hauptversammlung von Lakestar SPAC I, die formell darüber beschließen muss, von September an an der Börse gelistet sein. Andrä soll das Unternehmen weiterhin leiten.

Auf der Plattform können Besitzer von Ferienwohnungen und -häusern ihre Objekte zur Vermietung anbieten. 2020 kam HomeToGo der Trend zu Ferienwohnungen zugute, weil Urlauber Hotels in der Corona-Pandemie mieden. "Im vergangenen Jahr hatten wir ein höheres Buchungsvolumen als 2019", sagte Andrä zu Reuters. Im ersten Halbjahr des neuen Jahres ist das über HomeToGo abgewickelte Buchungsvolumen um 27 Prozent auf 904 Millionen Euro gestiegen. Operativ schrieb das Start-up 2020 noch zwei Millionen Euro Verlust (Ebitda).

Die Investoren in HomeToGo sollen nach der Verschmelzung 69 Prozent an der Firma halten, die Lakestar-Aktionäre, die beim Börsengang 275 Millionen Euro investiert hatten, 25 Prozent. Zusätzlich hat Lakestar bei weiteren Anlegern rund 75 Millionen Euro frisches Kapital eingeworben, Hommels hat nach eigenen Angaben allein gut 20 Millionen beigesteuert. Die von Hommels aufgelegten Lakestar-Fonds hatten bereits 2018 in HomeToGo investiert. "Wir kennen uns - das hat einige Vorteile", sagte der Investor. Er habe jahrelang prüfen können, wie das Führungsteam seine Ziele umsetze. In der Finanzierungsrunde 2018 war das Start-up, zu dessen Investoren Acton Capital, DN Capital, Insight Venture Partners und Global Founders Capital von Oliver Samwer gehören, mit 630 Millionen Dollar bewertet worden.

Lakestar SPAC I war die erste leere Unternehmenshülle seit mehr als einem Jahrzehnt, die an die Frankfurter Börse ging - und die erste von drei SPACs dort, die ein Kaufobjekt gefunden hat. Anfang Juni hatte Lakestar schon eine Absichtserklärung mit HomeToGo geschlossen. Ein zweites SPAC-Übernahmevehikel, 468 SPAC, will für rund eine Milliarde Euro den Kinder-Hörspielanbieter Boxine schlucken.

rtr