Statt eines prozentual zweistelligen Gewinnwachstums je Aktie ist nach Angaben des Managements im besten Fall ein mittlerer bis hoher einstelliger Zuwachs drin - aber auch nur, wenn sich die Konjunktur schon Anfang des dritten Quartals wieder erholt. Verzögert sich die Erholung, rechnet Linde einer am Donnerstag veröffentlichten Präsentation zufolge für 2020 allenfalls mit einem stagnierenden Gewinn, wenn nicht mit einem Rückgang. Die Linde-Aktie gab in Frankfurt um 2,3 Prozent nach.

"Linde ist mit einer widerstandsfähigen Bilanz, mit einem Auftragsbestand von zehn Milliarden Dollar und bedeutenden Chancen, das Portfolio und die Qualität des Geschäfts insgesamt zu verbessern, ins Jahr gestartet", erklärte Vorstandschef Steve Angel. "Das alles wird uns in diesen unsicheren Zeiten nützlich sein." Fast zwei Drittel der Umsätze beruhten auf festen Abnahmeverträgen oder kämen aus weniger konjunkturabhängigen Branchen wie Medizin, Elektronik, Nahrungsmittel und Getränke. Linde drosselt wegen der Krise die für 2020 geplanten Investitionen um 400 Millionen auf 3,0 bis 3,4 Milliarden Dollar. In der Präsentation verweist Linde auf ungenutzte Kreditlinien über fünf Milliarden Dollar.

Im ersten Quartal war die Krise den Zahlen zufolge praktisch nur in Asien spürbar. Dort ging der Umsatz um sechs Prozent zurück, zwei Drittel davon führt Linde auf den Einfluss der Pandemie in China zurück. Weltweit lagen die Umsätze mit 6,7 Milliarden Dollar bereinigt um Wechselkurseffekte leicht über dem Wert vor Jahresfrist. Vor allem dank Preiserhöhungen verbesserte sich die operative Marge kräftig auf 20,1 (17,7) Prozent. Der Nettogewinn stieg bereinigt um neun Prozent auf 1,01 Milliarden Dollar. Der Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft erhöhte sich im Vorjahresvergleich um gut ein Viertel auf 1,35 Milliarden Dollar.

rtr