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General Electric-Aktie: Die Hoffnung stirbt zuletzt, was dem neuen Chef nun blüht

General Electric-Aktie: Die Hoffnung stirbt zuletzt, was dem neuen Chef nun blüht

WKN: A0F7BK ISIN: FR0010220475 Alstom S.A.

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19.11.2019 - 13:27
06.02.2019 04:00:00

Der unglaubliche Sturz von General Electric zeigt, dass auch Giganten wanken können. Ein neuer Chef soll nun die Trendwende schaffen. Von Annika Janssen, Euro Magazin



Was haben der Hamburger SV und General Electric (GE) gemeinsam? Beide waren Urgesteine ihrer Liga und mussten 2018 doch absteigen. Während sich die Kicker aus der Hansestadt seit 1963 in der Bundesliga halten konnten, schaffte es GE sogar 111 Jahre lang, nicht aus dem Dow Jones abzusteigen. Bei beiden war der Abstieg aber keine Überraschung: Der Fußballklub hatte sich mehrfach durch die Relegation zittern müssen. Der Mischkonzern hatte immer wieder schlechte Quartalszahlen präsentiert. Als GE dann doch aus dem Dow Jones flog, schrieben US-Medien von -einer "Tragödie", einer "Schande" oder vom "Gipfel des Niedergangs".



GE war schon vor Jahren in Schieflage geraten und bei Anlegern in Ungnade gefallen. 2018 potenzierte sich der Horror, riesige Verluste und Ärger mit der US-Börsenaufsicht machten dem Konzern zu schaffen. Beobachter sehen vor allem zwei Gründe für den Niedergang der einstigen Industrie-Ikone der Vereinigten Staaten: schwerwiegende Managementfehler und den Wandel der US-amerikanischen und globalen Wirtschaft. Nicht zuletzt schnürte auch die eigene Größe GE über Jahre die Luft ab. 2019 aber könnte das Management das Ruder wieder herumreißen.


Glorreiche Historie. Im Jahr 1890 gründete der Erfinder und Unternehmer Thomas Alva Edison die Edison General Electric Company, um seine verschiedenen Unternehmungen unter einem Dach zu vereinen. Edisons bekannteste Entwicklung ist zwar die Glühbirne, sein Erfindungsreichtum ging jedoch weit darüber hinaus: Im Lauf seines Lebens meldete er weltweit mehr als 2300 Patente an. Zwei Jahre nach Gründung verschwand der Namensbestandteil "Edison", als sein Unternehmen mit dem damals größten Konkurrenten Thomson-Houston Electric Company zur General Electric Company verschmolz.

Im Lauf der folgenden Jahrzehnte wuchs das Unternehmen zum Vorzeigekonzern der USA heran. GE stellte Glühbirnen, Gasturbinen, Röntgengeräte her, baute Kraftwerke, war zeitweise auch im Mediengeschäft aktiv. Ein Tausendsassa als Unternehmen - und viele Jahre lang sowohl größtes Vorbild als auch schärfster Wettbewerber für andere Industriekonzerne wie Siemens. Fusionen und Übernahmen sorgten dafür, dass GE immer weiter wuchs.

In den 1970er-Jahren galt GE zwar als innovatives, aber ineffizientes Firmenkonglomerat. Dann kam John Francis Welch, genannt Jack. Er übernahm den Chefsessel im Jahr 1981 und regierte die folgenden 20 Jahre. Welch, dessen Autobiografie den nicht gerade unbescheidenen Titel "Was zählt. Die Autobiografie des besten Managers der Welt" trägt, war ein Mann der Zahlen. Kurz nach seinem Amtsantritt entließ er ein Viertel der Belegschaft und verschlankte das GE-Portfolio. Für ihn zählten nur geschäftlicher Erfolg und Gewinn. Seine Devise: "Fix, close or sell" - nicht profitable Sparten müssten repariert, geschlossen oder verkauft werden.

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Bildquelle: Brendan McDermid/Reuters

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