RESEARCH

Goldpreis: Warum die Analysten von Goldman Sachs ihre Prognose anheben

Goldpreis: Warum die Analysten von Goldman Sachs ihre Prognose anheben

WKN: 920332 ISIN: US38141G1040 Goldman Sachs

171,92 EUR
-2,00 EUR -1,15 %
07.08.2020 - 08:01
11.07.2019 03:40:00

Seite 2 von 5



Goldnachfrage steigt dank Angst-getriebener Investmentnachfrage



Noch vor wenigen Wochen war der Goldpreise kurzzeitig bis auf 1.270 Dollar je Feinunze gefallen. Zu erklären war das laut Goldman Sachs durch einen Rückgang bei den börsengehandelten Goldfonds aufgrund der geringen Marktvolatilität sowie der Verkäufe von Zentralbank-Gold durch Venezuela.

Doch inzwischen haben sich die Notierungen deutlich erholt und phasenweise kostete Gold mehr als 1.430 Dollar je Feinunze. Das wiederum ist laut der US-Investmentbank einem Anstieg der angstbedingten Nachfrage zu verdanken. Zu sehen sei das wiederum vor dem Hintergrund des Rückgangs bei den zehnjährigen Realzinsen in den USA, was zu einem starken Anstieg der spekulativen Nettopositionen an der COMEX geführt habe.

Der Auslöser für alles das sei eine Kombination aus wachsenden Wachstumssorgen in den entwickelten Ländern infolge des Handelskrieges der USA mit China gewesen, mehrere negative Überraschungen bei den US-Makrodaten sowie einer geldpolitisch wieder expansiver argumentierenden US-Notenbank.

Die skizzierte Entwicklung impliziere auch eine Rückkehr der negativen Korrelation zwischen Gold und den US-Realzinsen. Eine Verbindung, die im vergangenen Jahr noch größtenteils zusammengebrochen war. Wie man bereits in früheren Studien erklärt habe, sei in der Vergangenheit eine schwächere Korrelation zwischen den US-Realzinsen und dem Goldpreis in jenen Phasen zu beobachten gewesen, in denen die Fed die Leitzinsen erhöht. Doch sobald so ein Zinserhöhungszyklus ende, nehme diese Korrelation dann auch wieder zu. Nachdem die Fed anscheinend künftig wieder expansiver zu operieren scheine, geht man davon aus, dass sich die Korrelation zwischen den Realzinsen und dem Goldpreis wieder stark negativ korreliert entwickelt.

Durch den jüngsten Anstieg der spekulativen Nettopositionen an der COMEX habe sich der Goldpreis dem bisherigen Zwölf-Monatsziel von Goldman Sachs von 1.425 Dollar je Feinunze angenähert. Im Vergleich zum Anstieg der spekulativen Positionen sei der Aufbau von Gold-ETFs jedoch bisher moderater ausgefallen.

Der Grund dafür sei, dass die COMEX-Spekulationen zwar die Ansichten von Hedge-Fonds über die wahrscheinliche Richtung des US-Dollars und der US-Zinsen widerspiegeln, ETFs aber in erster Linie durch die Risikobereitschaft von Portfolio-Investoren getrieben werden.

Dies führe dazu, dass Gold-ETFs stark negativ mit den Kapitalströmen in riskante Anlagen wie den Aktien verknüpft seien. Im Gegensatz zu den spekulativen Gold-Nettopositionen seien Gold-ETFs tendenziell stärker mit der Volatilität der Aktienmärkte korreliert als mit den realen Zinsen. Bisher seien die Akteure am Aktienmarkt für die US-Wirtschaft aber optimistischer gewesen als jene am Anleihenmarkt, und dementsprechend sei die Volatilität des VIX im Vergleich zum Ende des vergangenen Jahres bisher gedämpft geblieben. Ein Grund für diese geringe Volatilität sei der deutliche Rückgang der US-Zinsen selbst.

Goldman Sachs ist der Ansicht, dass die Marktbedenken hinsichtlich der Rezessionsrisiken in den USA übertrieben sind. Es gibt keine grundlegenden Ungleichgewichte, die Bilanzen der Privathaushalte seien gesund und die Inflationserwartungen gut verankert.

Wichtig sei dabei: Die wir in der Mitte des Zyklus eine Pause eingelegt hätten, habe sich die globale Makrovolatilität deutlich verringert und es sei den politischen Entscheidungsträgern gelungen, die Extrem-Risiken zu beseitigen. Auf Zwölfmonatsbasis geht Goldman Sachs daher davon aus, dass sich die Rezessionsängste zurückbilden und sich das globale Wachstum verbessern wird. Daher gehen die Analysten von einer allmählichen Abschwächung der von der "Angst" getriebenen Investmentnachfrage aus, da sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte verbessern sollte.

Mit dem Ende des Fed-Zinserhöhungszyklus verlagerte sich die Korrelation zwischen Gold und Realzinsen wieder in den negativen Bereich



Quellen: Bloomberg, Goldman Sachs Global Investment Research

Gold-ETF-Positionen sind enger mit dem vom VIX erfassten Aktienmarktrisiko verknüpft



Quellen: Bloomberg, Goldman Sachs Global Investment Research

Auf Seite 3: Wohlstandseffekt dürfte die nachlassende Angst kompensieren



Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5

Bildquelle: Brendan McDermid/Reuters

Aktien in diesem Artikel

Commerzbank 4,80 0,73% Commerzbank
Goldman Sachs 171,92 -1,15% Goldman Sachs

Rohstoffe in diesem Artikel

Goldpreis 2.035,99 -27,69
-1,34

Indizes in diesem Artikel

S&P 500 3.351,28
0,06%

Aktienempfehlungen zu Goldman Sachs

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
16.07.20 Goldman Sachs overweight JP Morgan Chase & Co.
15.07.20 Goldman Sachs Neutral UBS AG
03.07.20 Goldman Sachs Sector Perform RBC Capital Markets
16.06.20 Goldman Sachs overweight JP Morgan Chase & Co.
18.05.20 Goldman Sachs overweight JP Morgan Chase & Co.
mehr Aktienempfehlungen

Nachrichten

  • Nachrichten zu Aktien
  • Alle Nachrichten
pagehit