Anleger, die seinerzeit die Papiere für 10,25 Euro gezeichnet hatten, können sich über mehr als eine Kursverdopplung freuen.

Hellofresh profitiert vom Boom bei Online-Essensbestellungen. Der Umsatz dürfte 2019 vorläufigen Berechnungen zufolge bei gut 1,8 Milliarden Euro liegen. Währungsbereinigt ist das ein Plus von etwa 36 Prozent - mehr als die von Hellofresh zuvor in Aussicht gestellten bis zu 33 Prozent. Die operative Marge wird aller Voraussicht nach mit 2,5 bis 2,7 Prozent die ursprüngliche Prognose des Unternehmens von 0,50 bis 1,75 Prozent ebenfalls klar überbieten.

"Wow!" lautete der knappe Kommentar von Marcus Diebel von der US-Investmentbank JPMorgan angesichts der Zahlen. Er habe seine Kaufempfehlung für die Aktien erst vor einem Monat gestrichen. "Das war eindeutig zu früh", räumte der Experte nun ein. Doch selbst nach einer nochmaligen Überprüfung der Aktie als Investment sieht Diebel angesichts einer bereits hohen Bewertung der Papiere nicht mehr viel Spielraum nach oben.

Die Indikationen von Hellofresh für das Gesamtjahr implizieren laut Analyst Christoph Bast vom Bankhaus Lampe ein überraschend starkes Schlussquartal 2019. So dürfte der Umsatz der Monate Oktober bis Dezember auf Jahressicht um 42 Prozent gestiegen sein. Die bereinigte operative Marge dürfte 7,6 Prozent betragen, ebenfalls deutlich mehr als von ihm mit 4,8 Prozent veranschlagt. Hellofresh könnte zudem in diesem Jahr einen positiven freien Mittelzufluss ausweisen. Nach Basts Ansicht wäre das "der finale Beweis dafür, dass das Geschäftsmodell Kochboxen aufgeht".

In dieser Branche sei Hellofresh weltweit führend, fügte Bast hinzu. In den USA betrage der Marktanteil mittlerweile 50 Prozent. Mit gut einer Milliarde Euro stammt der Großteil der Erlöse aus dem Geschäft dort. Im internationalen Geschäft komme das Unternehmen sogar auf einen Marktanteil von 90 Prozent.

dpa-AFX