Bisher hatte HelloFresh einen Zuwachs von maximal einem Viertel in Aussicht gestellt. Anleger reagierten begeistert: Die Aktie kletterte im frühen Handel mehr als sieben Prozent. Die Analysten von der Deutschen Bank sprachen von einem gewaltigen Ergebnis im ersten Quartal, das mehr als ein Fünftel über den Erwartungen lag. Inzwischen wird das seit zehn Jahren im MDax notierte Unternehmen als aussichtsreicher Dax-Kandidat gehandelt.

Der Anbieter von Lebensmitteln in sogenannten Kochboxen, die im Abo-Modell mit Rezepten und abgemessenen Zutaten direkt an die Haustür geliefert werden, profitiert von der Corona-Pandemie mit geschlossenen Restaurants, Ausgangsbeschränkungen und dem Trend zum Homeoffice. Von Januar bis März verdoppelte sich der Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf maximal 1,445 Milliarden Euro. Damit knackte HelloFresh zum zweiten Mal in Folge deutlich die Umsatzmilliarde. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse des inzwischen in 14 Ländern aktiven Unternehmens währungsbereinigt um 111 Prozent auf fast 3,75 Milliarden Euro geklettert.

HelloFresh hat sich für das laufende Jahr viel vorgenommen. Zum einen will das in 14 Ländern aktive Unternehmen zwei weitere Märkte in sein Portfolio aufnehmen. In Deutschland wird ein eigenes Liefernetzwerk aufgebaut und die Auswahl an Mahlzeiten vergrößert. In den Benelux-Staaten testet HelloFresh inzwischen die Expansion zu einem Lebensmittelunternehmen und verkauft über seine Online-Plattform 70 verschiedene Produkte wie Desserts und Backwaren. Wie es damit weitergeht, will Firmenchef Dominik Richter im Sommer verraten.

Im ersten Quartal kletterte der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) auf maximal 165 Millionen Euro nach 63,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr hob HelloFresh zudem die untere Spanne der bereinigten Ebitda-Marge auf zehn bis zwölf Prozent von bislang zwischen neun und zwölf Prozent an. Konkrete Zahlen will der Blue-Apron-Konkurrent, der in den USA zum Marktführer aufgestiegen ist, am 4. Mai veröffentlichen.

rtr