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Indiens Banken: Was Anleger jetzt wissen sollten

Indiens Banken: Was Anleger jetzt wissen sollten

WKN: 694482 ISIN: US40415F1012 HDFC Bank Ltd.

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02.12.2020 - 08:00
11.08.2018 07:25:00

Die Notenbank RBI zwingt Indiens Banken, faule Kredite offenzulegen und die Bilanzen zu Bereinigen. Auf der Strecke bleiben drei prominente Bankchefinnen. Kurzfristig ist das zwar auch für Aktionäre schmerzhaft, dank besserer Bilanzen aber langfristig positiv. Von Michael Braun Alexander

Frauen in Spitzenpositionen sind in Indien oft zu finden. Politikerinnen wie Indira Gandhi und ihre Schwiegertochter Sonia oder Pratibha Patil, vor zehn Jahren Staatsoberhaupt, haben Geschichte geschrieben. Nicht anders sieht es in der Wirtschaft aus, wo keineswegs nur Männer den großen Unternehmen vorstehen, insbesondere im Finanzsektor.



Ein positiver Trend, keine Frage. Jedoch sind mehrere Bankchefinnen jüngst auf die Abschussliste gelangt. Stets geht es dabei um faule Kredite, die in den Bilanzen vieler Großbanken schlummern. Bei -ICICI etwa, der nach Bilanzsumme größten Privatbank im Land, sollen Kreditausfälle jahrelang kleingerechnet worden sein, sodass die ausgewiesenen Gewinne damit zu hoch ausfielen. Vor wenigen Tagen verkündete ICICI den ersten Quartalsverlust in der Firmengeschichte. Chanda Kochhar, seit 2009 Chefin, ist nun unbefristet beurlaubt - es sollen auch Mauscheleien bei einem Kredit für ihren Ehemann Deepak Kochhar stattgefunden haben.


Bei der Axis Bank, einem kleineren Rivalen, gibt es ähnliche Probleme. Als Shikha Sharma, Frontfrau des Unternehmens, jüngst ihren Vertrag verlängerte, intervenierte die Reserve Bank of India (RBI), Indiens Zentralbank, mit der subtilen Bemerkung, man möge doch bitte noch einmal in sich gehen und das Ganze überdenken. Nun läuft Sharmas Vertrag bereits Ende 2018 aus. Ein peinlicher Abgang. Diese Schmach blieb Arundhati Bhattacharya, bis Herbst vergangenen Jahres "Chairman" bei der staatlich kontrollierten State Bank of India (SBI), erspart - sie verabschiedete sich wie geplant in den Ruhestand. Doch auch durch die SBI-Bücher zieht sich eine Schneise der Verwüstung. Im April standen die Rückstellungen für faule Kredite bei knapp neun Milliarden Euro - und damit 30-mal so hoch wie vor zehn Jahren. Im zurückliegenden Geschäftsjahr verzeichnete SBI, die mit Abstand größte indische Staatsbank, erstmals in diesem Jahrtausend einen Verlust. Die Dividende wurde im Zuge symbolträchtiger Selbstgeißelung ausgesetzt.

Die Verwerfungen sind systemisch. Während Indiens Banken noch vor zehn Jahren faule Kredite in homöopathischen Dosen auswiesen, ist ihr Anteil inzwischen auf 11,6 Prozent aller ausstehenden Darlehen gestiegen. Das ist nicht viel weniger als in Italien und erheblich mehr als etwa in Brasilien oder China, zwei anderen großen Schwellenmärkten. Insgesamt faulen umgerechnet mehr als 200 Milliarden Dollar in den Bilanzen des indischen Bankensystems vor sich hin. Eine durchweg scheußliche Gemengelage also?

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