Jean-Yves Parisot, einer der drei Symrise-Vorstände, hat sich am vergangenen Mittwoch im großen Stil von Symrise-Aktien verabschiedet. Er verkaufte über 13.600 Anteile und erlöste dadurch mehr als 1,6 Millionen Euro. Damit kompensierte er auf einen Schlag sämtliche seit dem Jahreswechsel registrierten Insiderkäufe. In den Monaten Januar bis März kauften nämlich vier verschiedene Führungskräfte insgesamt 2.790 Aktien mit einem Transaktionsvolumen in Höhe von über 276.000 Euro. Der Löwenanteil dieser Käufe ging übrigens auf das Konto von Heinz-Jürgen Bertram. Seit 2006 ist er Vorstandsmitglied der Symrise AG und seit 2009 dessen Vorsitzender. Somit dürfte er das Unternehmen ausgesprochen gut kennen.

Charttechnik Symrise


Der MDAX-Wert befindet sich knapp unterhalb seines im Oktober 2020 markierten Allzeithochs. Bislang wirkte sich der millionenschwere Aktienverkauf nicht negativ auf den Aktienkurs aus. Sollte die Symrise-Aktie jedoch am alten Rekordhoch (119,75 Euro) abprallen, könnte erheblicher chartinduzierter Verkaufsdruck aufkommen. Eine massive Unterstützungszone wäre dann im Bereich von 97 bis 106 Euro angesiedelt. Gut zu wissen: Der langfristige Aufwärtstrend, dessen unter Begrenzung bei 85 Euro, ist derzeit keineswegs gefährdet. Eines ist aber nicht zu übersehen: Die Kursschwankungsintensität hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Allein im vergangenen Jahr verlor der Titel innerhalb weniger Monate über 25 Prozent, um sich danach wieder um in der Spitze mehr als 64 Prozent zu erholen. Unter Timingaspekten drängt sich bei der Symrise-Aktie ein Kauf derzeit eher nicht auf, schließlich generierte der Relative-Stärke-Index mit dem Unterschreiten der 70-Prozent-Marke zuletzt ein klares Verkaufssignal.

Hugo Boss: Kaufrausch in der Chefetage


Beim Modeunternehmen Hugo Boss gab es in diesem Jahr mit Blick auf die Insideraktivitäten ausschließlich Käufe zu beobachten. Am vergangenen Freitag wurde zum 22. Mal ein Insiderkauf gemeldet. Aufsichtsratsmitglied Antonio Simina kaufte 2.000 Hugo-Boss-Aktien und bezahlte hierfür mehr als 91.000 Euro. Im ersten Halbjahr wurden damit insgesamt über 139.000 Aktien im Wert von mehr als sechs Millionen Euro erworben. Besonders interessant: Seit Juni hat Daniel Grieder den Chefposten im Vorstand übernommen und über seine Beteiligungsgesellschaft ZPG für 4,8 Millionen Euro mehr als 103.000 Hugo-Boss-Aktien gekauft und damit einen bemerkenswerten Vertrauensbeweis abgeliefert. Nun darf man gespannt sein, wie der "neue Besen" dem Unternehmen und vor allem dem Aktienkurs bekommt.

Charttechnik Hugo Boss


Die Aktie des Modewerts befindet sich seit neun Monaten in einem steilen Aufwärtstrend und hat sich seither mehr als verdoppelt. Mit aktuell 47 Euro übertrifft die Aktie ihr Vor-Corona-Niveau recht deutlich. Bereits Ende 2020 wurde mit dem Überwinden der langfristigen 200-Tage-Linie und deren nachfolgendem Drehen nach oben ein starkes Trendwechselsignal ausgelöst. Aktuell bewegt sich der Titel in einem gesunden Aufwärtstrend, dessen untere Begrenzung im Bereich von 44 Euro verläuft. Das Aufwärtspotenzial ist beträchtlich, da die Aktie 2015 noch fast 120 Euro gekostet hat. Nach der rasanten Bergfahrt ist die Wahrscheinlichkeit für eine technische Korrektur jedoch nicht von der Hand zu weisen. Zur Erinnerung: Der Timingindikator Relative-Stärke-Index hat mit dem Unterschreiten der 70-Prozent-Marke Mitte Juni ein Verkaufssignal ausgelöst. Dieses hat sich bislang allerdings nicht gelohnt.

Hensoldt: Zwei Vorstände in Kauflaune


In diesem Jahr haben bereits zwei Führungskräfte Hensoldt-Aktien erworben. Der jüngste Insiderkauf wurde am 28. Juni von Peter Fieser (Chief HR Officer) durchgeführt. Er erwarb 3.230 Aktien und bezahlte hierfür über 46.000 Euro. Um einiges mutiger zeigte sich in den Monaten Mai und Juni hingegen Thomas Müller (CEO), der im Zuge von drei Transaktionen mehr als 292.000 Euro in das von ihm geführte Unternehmen investiert hat. Diese Vertrauensbeweise haben der Aktie lediglich leicht nach oben geholfen. Aktuell notiert sie mit 14,36 Euro fast 20 Prozent über dem im September 2020 erzielten Emissionspreis von 12 Euro.

Mehr von BÖRSE-ONLINE.de gibt es auf Instagram und Facebook