Klöckner: Vorgeschlagene Ostsee-Fangkürzungen nicht akzeptabel

Klöckner: Vorgeschlagene Ostsee-Fangkürzungen nicht akzeptabel
14.10.2019 12:49:40

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Deutschland wehrt sich gegen aus seiner Sicht übermäßige Senkungen der Fangquoten in der Ostsee. "Angesichts der sozio-ökonomischen Auswirkungen einer so drastischen Kürzung schlagen wir (...) eine geringere Senkung der Fangmenge als die von der Kommission vorgeschlagenen 71 Prozent vor", sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Montag mit Blick auf den Heringsfang in der westlichen Ostsee.

Die EU-Fischereiminister verhandelten am Montag in Luxemburg über die Fangquoten für 2020. Angesichts des kritischen Zustands etlicher Bestände hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, Fangquoten zu verringern. Die Minister müssten sich aber darauf verständigen.

Umweltverbände warnen dabei vor weitreichenden Folgen. Die negativen Folgen der Klimakrise seien für die Bestände von Dorsch und Hering sichtbar, hieß es von der Naturschutzorganisation WWF. Da die Laichgründe in schlechtem Zustand seien, pflanzten sich die Fische weniger erfolgreich fort. "Nur wenn der Druck auf das Ökosystem Ostsee als Ganzes drastisch vermindert wird, gibt es eine Chance, dass es mit zunehmender Klimakrise nicht zu einem Kollaps des Systems kommt", sagte WWF-Fischerei-Expertin Stella Nemecky.

Mit Blick auf den Dorschfang sagte Bundesagrarministerin Klöckner, die vorgeschlagene Höchstmenge von zwei Exemplaren pro Tag für Freizeitfischer sei nicht akzeptabel. "Dies könnte einer Schließung des Angeltourismus an der deutschen Ostseeküste gleichkommen. Das Bag Limit wird zwar meist nicht ausgeschöpft, ist aber eine psychologische Schranke - viele Angler werden die Reise an die Ostseeküste dann nicht mehr unternehmen." Unter Bag Limit versteht man die maximale Fangmenge pro Angler und Tag.

Die Freizeitfischerei spielt an der Ostsee für Wirtschaft und Tourismus eine bedeutende Rolle./asa/DP/fba

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