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Kosmetik-Aktien: Renditen mit Stil

Kosmetik-Aktien: Renditen mit Stil
20.08.2018 02:40:00

Der Run auf angesagte Marken in den sozialen Medien und das Onlineshopping bescheren den Kosmetikfirmen stabile Erträge. Welche Firmen auch für Anleger ein Hingucker sind. Von Stefan Riedel

Auf 160 Quadratmetern 5000 Produkte von mehr als 150 Marken: Ende Juli eröffnete Zalando eine "Beauty Station" in Berlin. Mit ihr setzte der Onlinehändler eine Duftmarke im stationären Kosmetikgeschäft. Im Internet können die Kunden bereits seit März auf einer Zalando-Kosmetik-Site shoppen.



Die Berliner haben erkannt, dass die Produkte erquickliche Margen abwerfen und die Branche stabil wächst. Nach Schätzungen von Euromonitor beläuft sich der globale Jahresumsatz mit Beautyprodukten auf 250 Milliarden US-Dollar. Der Vorteil gegenüber Luxusgüter- und Bekleidungsindustrie: Nahezu unabhängig von der finanziellen Lage geben Frau und Mann Geld für Lidschatten, Lippenstift, Nagellack oder Parfums aus.


Neue Wachstumsfelder



Aufgrund dieser günstigen Vorzeichen sind ausgesuchte Kosmetikfirmen auch für Anleger spannend. "Beautyprodukte sind ein Wachstumsmarkt, der gerade in den letzten Jahren wieder attraktiver geworden ist, vor allem bei den Marken im Premiumpreissegment", sagt Andrea Gerst, Fondsmanagerin bei GAM.

Global top in der Luxusklasse der Kosmetikmarken sind L’Oréal aus Frankreich und Estée Lauder aus den USA. Beide Konzerne haben es verstanden, ein breites Produktsortiment aufzubauen. Zukäufe sind Teil dieser Markenstrategie. So hat L’Oréal gerade die deutsche Naturkosmetikfirma Logocos übernommen. Deren Jahresumsatz betrug zuletzt 59 Millionen Euro - was in die Strategie von Konzernlenker Jean-Paul Agon passt, der für L’Oréal kleine Marken in der Frühphase aussucht, um sie dann groß und global zu machen. Überhaupt haben die beiden Branchenführer rechtzeitig darauf reagiert, dass in den vergangenen Jahren kleinere, neue Unternehmen mit frischen Marken den Markt aufmischten und dabei komplett auf neue Vertriebskanäle wie den Onlinehandel und Social Media setzten.



Vor allem bei den Schminkprodukten, der sogenannten dekorativen Kosmetik, ist die Präsenz auf Youtube und Instagram der Schlüssel zum Erfolg. "Dekorative Kosmetik bietet sich durch ihre starke visuelle Natur und emotionale Bindung geradezu an, die Vorreiterrolle in der Digitalisierungswelle zu übernehmen", sagt Stefan Rickert, Partner und Konsumgüterexperte bei McKinsey. Influencer, also Prominente aus der Mode- und Showbusiness-Branche, kommentieren und generieren mit ihren Botschaften und Auftritten neue Marken und Modetrends.

Treibende Kraft für mehr Absatz ist die Käufergruppe der Millennials, also die Generation der nach 1980 Geborenen. Bei L’Oréal fließen mehr als 40 Prozent der Medienausgaben in den E-Commerce, Influencer und Social Media inbegriffen. Zehn Prozent der Konzernerlöse entfallen auf den elektronischen Handel.

Auf Seite 2: Markenmix und Vertrieb entscheidend



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Bildquelle: Fisher Photostudio/Fotolia, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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