Diese sind Teil der Zugeständnisse, die Linde der US-Wettbewerbsbehörde FTC machen will, um deren zusätzlichen Forderungen nachzukommen. Die Aussicht auf eine Einigung mit der FTC, über die zuerst die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte, weckte bei den Investoren Hoffnung auf eine Genehmigung der 70 Milliarden Euro schweren Fusion: Linde-Aktien schossen um sieben Prozent auf 207,70 Euro nach oben, Praxair legten vorbörslich 3,1 Prozent zu.

CVC und Messer nehmen Linde bereits das Massengeschäft in den USA sowie die Töchter in Brasilien, Kanada und Kolumbien mit einem Umsatzvolumen von 1,4 Milliarden Euro ab. Die FTC hat das Duo nun offenbar auch als Käufer für drei Luftzerleger, eine Kohlendioxid-Fabrik und weitere Linde-Teile akzeptiert. Eine größere Fabrik im texanischen La Porte, die ebenfalls verkauft werden muss, geht nicht an CVC/Messer. Der FTC reiche aber die Zusage, stattfinden müsse der Verkauf nicht vor der Genehmigung, sagte der Insider. Damit würde sich Linde fast vom gesamten Geschäft in den USA trennen. Die Fusion muss nach den deutschen Börsenvorschriften bis 24. Oktober in trockenen Tüchern sein.

Linde äußerte sich nicht zu den Informationen, die FTC und Messer waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

AUS VIER MACH DREI



Die Wettbewerbshüter fürchten, dass sich auf dem Markt für Industriegase wie Sauerstoff und Helium künftig nur noch drei statt vier Großkonzerne Konkurrenz machen: die neue Linde plc, die französische Air Liquide und Air Products aus den USA. Deshalb hatte bereits die EU-Kommission die Fusion nur unter Auflagen durchgewinkt. Praxair gibt sein Europa-Geschäft an die japanische Taiyo Nippon Sanso ab.

Die bereits fest vereinbarten Verkäufe summieren sich auf rund 2,7 Milliarden Euro Umsatz und 700 Millionen operativen Gewinn. Mit den zusätzlichen Forderungen der FTC hatten Linde und Praxair befürchtet, eine Schmerzgrenze zu überschreiten: Wenn Linde und Praxair zusammen mehr als 3,7 Milliarden Euro Umsatz abgeben müssten, könnte sich jeder der beiden Partner aus der Fusion zurückziehen. Die zweite Schmerzgrenze von 1,1 Milliarden Euro operativem Ergebnis (Ebitda) ist nicht in Gefahr. Bisher verzichten Linde und Praxair nur auf 700 Millionen Euro, die weiteren Linde-Teile, die nun an CVC/Messer gehen sollen, stehen nur für ein Ebitda von 20 Millionen Euro. Weiterhin erreichbar sind Unternehmenskreisen zufolge die geplanten Synergieffekte von einer Milliarde Euro, auf die Investoren bei der Bewertung der Fusion großes Augenmerk legen.

rtr