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Lufthansa-Aktie fällt trotz höherer Prognose ans Dax-Ende

Lufthansa-Aktie fällt trotz höherer Prognose ans Dax-Ende

WKN: 908889 ISIN: US7835131043 Ryanair Holdings plc (Spons. ADRS)

29.10.2015 14:23:40

Die Lufthansa (Deutsche Lufthansa) wittert trotz der heftigen Pilotenstreiks Höhenluft. Dank niedriger Treibstoffpreise und eines überraschend guten Sommergeschäfts hob Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag die Gewinnprognose für 2015 an. Von seinem Sparkurs will er dennoch nicht abweichen: "Auf den Rückenwind niedrigerer Ölpreise können wir nicht dauerhaft bauen." Die Tarifkonflikte sind weiter ungelöst. Die Aktionäre können für 2015 jedoch wieder auf eine Dividende hoffen.

Für die Lufthansa-Aktie ging es nach anfänglichen Kursgewinnen deutlich nach unten. Am frühen Nachmittag lag sie mit 6,97 Prozent im Minus bei 13,31 Euro und war damit größter Verlierer im DAX. Nach Ansicht von Börsianern hatte der Kursanstieg der vergangenen Wochen die guten Ergebnisse bereits vorweggenommen. Viele Anleger trennten sich deshalb jetzt von ihren Aktien und machten Kasse.

REKORDGEWINN IN SICHT

Im laufenden Jahr will Spohr den um Sonderfaktoren bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) auf 1,75 bis 1,95 Milliarden Euro steigern. Das wäre so viel wie nie zuvor in der 60-jährigen Geschichte des Unternehmens. Bisher hatte Spohr lediglich mindestens 1,5 Milliarden Euro angepeilt und angekündigt, die seit Januar aufgelaufenen Streikbelastungen zu kompensieren. Mögliche Belastungen durch weitere Pilotenstreiks bis Jahresende sind in der neuen Prognose allerdings nicht berücksichtigt.

Neben dem Ausbau der neuen Billigmarke Eurowings will der Vorstand die Kosten des Konzerns im kommenden Jahr weiter drücken. Er habe für 2016 ein Einsparvolumen von rund einer Milliarde Euro ausgemacht, sagte Spohr. Der Gewinn werde aber kaum in diesem Maß steigen: "Wir müssen jährlich Gegenläufer von 700 Millionen Euro ausgleichen", sagte er.

FLUGTICKETS STARK GEFRAGT

Im wichtigen Sommerquartal erzielte die Lufthansa einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro und damit sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das bereinigte Ebit legte um 51 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich kletterte der Überschuss um fast 42 Prozent auf 794 Millionen Euro. Der Konzern verdiente damit mehr als von Analysten erwartet - und dies in den Monaten nach dem tragischen Absturz bei der Billigtochter Germanwings, bei dem im März 150 Menschen ums Leben gekommen waren. Germanwings, deren Flüge künftig unter der neuen Marke Eurowings vermarktet werden, gelang zudem der Sprung in die Gewinnzone.

Neben einer guten Ticketnachfrage im Sommer nannte Finanzchefin Simone Menne die gesunkenen Kerosinpreise als Hauptgrund für die Anhebung der Gewinnprognose. So rechnet die Lufthansa für 2015 jetzt nur noch mit Treibstoffkosten von 5,7 Milliarden Euro, rund 300 Millionen Euro weniger als zuletzt gedacht. Für das kommende Jahr wagte Menne noch keine Schätzung. Sie erwarte weitere positive Effekte beim Treibstoff.

GESPRÄCHE MIT GEWERKSCHAFTEN

Abseits des Kerosins sieht es nicht ganz so gut aus. "Ohne die Effekte von Treibstoffkosten und Währungen sind die Stückkosten im dritten Quartal weiter gestiegen", sagte Menne. "Mit dieser Entwicklung können wir nicht zufrieden sein." Bei der Frachttochter Lufthansa Cargo habe der Vorstand bereits ein Sparprogramm eingeleitet.

Laut Spohr verhandelt das Unternehmen derzeit wieder mit den Gewerkschaften VC für die Piloten, Ufo für die Flugbegleiter und Verdi für das Bodenpersonal. "Ich habe fest vor, sie (die Verhandlungen) zum Erfolg zu führen". Ziel sei es, die Zukunft des Unternehmens zu sichern.

Die Piloten hatten zuletzt im September gestreikt - gut 1000 Flüge fielen aus. Nach einer Gerichtsentscheidung mussten sie den Ausstand abbrechen. Das Gericht sah ihn als rechtswidrig an, weil er auf eine stärkere Mitsprache der Piloten beim Projekt Eurowings abziele. Mit der Billigtochter, die deutlich niedrigere Gehälter zahlt als die Lufthansa-Kerngesellschaft, will Spohr gegen Rivalen wie Ryanair und Easyjet punkten. Derzeit konzentrieren sich die Gespräche auf die Übergangsversorgung der Piloten vor dem Renteneintritt./stw/mar/


Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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