Sony ist in Deutschland vor allem als japanischer Elektronikkonzern mit Kerngeschäft Unterhaltungselektronik bekannt. Weitgehend bekannt sein dürfte auch, dass das Unternehmen Audio-, Heimvideospielekonsolen, Kommunikations-, Schlüsselgeräte- und Informationstechnologieprodukte für den privaten und professionellen Markt herstellt. Zu den weiteren Geschäftsbereichen gehören Musik, Bilder, Computerunterhaltung und Onlinegeschäfte. In Sachen Innovationen machten die Japaner vor allem mit der Playstation, der CD, der Blu-Ray Disc oder dem Walkman von sich reden.

Klar formulierte ESG-Ziele


Bisher noch weniger bekannt sein dürfte, dass Sony beim Megatrend Nachhaltigkeit einiges zu bieten hat. Gemeint ist damit das Schlagwort ESG, das eine Abkürzung für Environment, Social und Governance (Umwelt-, Sozial- und Corporate Governance) ist. So veranstaltet das Unternehmen jedes Jahr ein ESG/Technology Briefing. Bei der jüngsten Veranstaltung dieser Art erinnerten die Verantwortlichen daran, dass das bereits 2010 gesteckte Ziel im Rahmen des langfristigen Umweltplans "Road to Zero" bis 2050 einen ökologischen Fußabdruck von Null erreichen will. Zudem sind im "Green Management 2025"-Plan die mittelfristigen Umweltziele formuliert. Gleichzeitig hat man Ziele für den Klimawandel festgelegt, die bis 2035 erreicht werden sollen, was als 1,5°C-Ziel der "Science Based Targets" genehmigt wurde.

Der neu gegründete "Sony Innovation Fund: Environment" soll außerdem auf Umwelttechnologie spezialisierte Unternehmen fördern. Sony hat darüber hinaus den "Global Social Justice Fund" eingeführt, um mit 100 Millionen Dollar die wachsenden Bewegungen gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit weltweit zu unterstützen. Auch nimmt der Konzern für sich in Anspruch, beim Bemühen, die Corporate Governance zu stärken, das Board of Directors weiter diversifiziert zu haben.

Zahlreiche Auszeichnungen


Als Anerkennung dieser Initiativen ist Sony Bestandteil diverser ESG-Indizes. Zu nennen ist die Mitgliedschaft in der Water A List der Non-Profit-Organisation CDP, was Sony als leistungsstark im Bereich Wasserressourcenmanagement auszeichnet. Das Ethisphere Institute hat das Unternehmen im dritten Jahr in Folge als eines der "2021 World's Most Ethical Companies" eingestuft. Von MSCI erhielt Sony im Zuge der von der Ratingagentur vergebenen ESG-Ratings zum zweiten Mal in Folge das höchste Rating von AAA. Außerdem ist man in den Indizes MSCI Japan ESG Select Leaders und MSCI ESG Leaders enthalten. Ins Bild passt, dass die Nachhaltigkeits-Spezialisten von Sustainalytics das ESG-Risiko bei Sony als niedrig bezeichnen und das Management der ESG-Risiken für stark halten.

Übrigens: Die Analysten des Wall Street Journal vergaben im Oktober den ersten Platz an Sony, als sie nach der Analyse von mehr als 5.500 Unternehmen ihre Rangliste der am nachhaltigsten geführten Unternehmen der Welt bekanntgaben. Eingeflossen sind hier Nachhaltigkeitsmetriken wie Umwelt, Humankapital, Sozialkapital sowie Geschäftsmodell und Innovation. Sony-Nachhaltigkeitschef Shiro Kambe kommentierte das Resultat damals wie folgt: "Sonys Strategie ist es, Teil der Lösung für Nachhaltigkeitsrisiken im Allgemeinen zu sein, und nicht nur für Probleme innerhalb des Unternehmens. Damit wir mit dieser Art von Geschäft fortfahren können, müssen der Planet und die Gesellschaft nachhaltig und gesund sein. Sonst kann Sony nicht existieren."

Geschäftsmodell funktioniert - intakter Aufwärtstrend


Wichtig aus Anlegersicht ist, dass Sony auch geschäftlich etwas zu bieten hat. Mit den zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen hat man die Prognosen regelrecht pulverisiert. Laut Jefferies verfügt das Unternehmen über ein Best-in-Class-Managementteam, ein funktionierendes Geschäftsmodell und eine Führungsposition in den margenstarken Duopol-/Oligopol-Geschäftsbereichen Spiele, Bildsensoren und Musik. Die US-Investment bezeichnet den Titel als eine der günstigsten Qualitätsaktien. Die Zuversicht zeigt sich an einem Kursziel von 19.060 Yen, das einen Anstieg von 58 Prozent unterstellt.

Die Charttechnik gestaltet sich ebenfalls positiv. Nach einem Anstieg von 789,00 Yen auf in der Spitze 12.435,00 Yen vom Dezember 2012 bis Februar 2021 ergibt sich ein auch aktuell nach wie vor völlig intakter langfristiger Aufwärtstrend. Abzuwarten bleibt allerdings, ob die Gesellschaft wie gewohnt den Ausblick auf das neue Geschäftsjahr 2021/22 wieder konservativ formuliert, was die Stimmung kurzfristig etwas dämpfen könnte.